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Allgemeines => Cocktailbar => Thema gestartet von: Kuglblitz am 08. Dezember 2010, 23:59:41



Titel: "Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Kuglblitz am 08. Dezember 2010, 23:59:41
Ich denke, fast jede/r hier kennt das Problem: da hat man ordentliche Zutaten, ein gutes Rezept, und dennoch will der Cocktail am Ende nicht rundum gelungen schmecken.

Oder man bestellt einen Klassiker in einer guten Bar und ist eigentlich nie wirklich zufrieden, etwa, weil man es selber besser kann oder schlicht, weil das gängige Rezept falsch ist.


Zu ersteren zähle ich für mich ganz vorne den Mai Tai, an dem ich mir schon lange die Zähne ausbeiße und der in seiner Forderung nach perfekter Balance von Rum-Aromen, Säure, Süße, Anklängen von Mandel und Orange für mich zu den schwersten Cocktails überhaupt zählt.

Im Mai Tai offenbart sich aber zugleich mein grundsätzliches Problem mit Sours, denn wirklich die optimale Balance zwischen süßen und sauren Komponenten zu finden ist für mich ähnlich schwer wie eine Sauce Hollandaise frisch zuzubereiten.
Wahrscheinlich macht auch bei den Sours erst die Übung den Meister.  ;)


Was die in Bars gemixten Cocktails betrifft, so ist mein "schwieriger" Drink der Manhattan. Ich kenne kaum eine Bar, welche diesen Standard wirklich gut zubereiten kann, sei es aus Mangel an ordentlichen Zutaten, sei es an mangelnder Kenntnis der Zubereitung.
Da lobe ich immerhin meinen eigenen glasklaren Manhatten mit Wild Turkey 101, Punt e Mes und ein bisschen Bitter. Vielleicht nicht das Optimum, aber doch besser als die Pantsche mir CC und MR.  :-X

Was sind eure "schwierigen" Drinks?
Und wie kann ich mein Sour-Problem lösen?


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Hannibal am 09. Dezember 2010, 07:25:28
Im Mai Tai offenbart sich aber zugleich mein grundsätzliches Problem mit Sours, denn wirklich die optimale Balance zwischen süßen und sauren Komponenten zu finden ist für mich ähnlich schwer wie eine Sauce Hollandaise frisch zuzubereiten.
Wahrscheinlich macht auch bei den Sours erst die Übung den Meister.  ;)

Probier doch mal nen einfachen Sour (vil nen Rum Sour mit Old Monk o.ä.), dann versuchst du dich mal heranzutasten.
Beim Herantasten sollte man immer nur eine Zutat verändern, sonst weiß man nicht woran man ist bei einer Veränderung.
Ich würde erstmal vorschlagen, die süße erstmal festzulegen und dann die Säure anzupassen.
Wenns dir zu süß oder zu trocken war, dann versuchst du folgendes mit etwas mehr oder weniger Zucker:
Zuerst Rum ins Mixglas, vil so 5 cl, dazu sagen wir mal 1cl Limette und 1,5cl Zuckersirup als Minimalmenge.
Ich nehm meist bei 5cl Spirituose 1,5 cl von beidem.
Jetzt nimmst du den Barlöffel in die Hand und rührst kurz um und probierst.

Passt die Säure?
Wenn ja, auf Eis schütteln und in ein Cocktailspitz abseihen.
Wenn nein, in 0,25 cl Schritten Limette hinzufügen und wieder Säure prüfen.

Das dauert ein bisschen, bis man es heraus hat.
Man kann auch ohne Spirituose diese versuchen, das funktioniert auch, aber dann hat man kein Gefühl, wie das dann zu der Spirituose passt und der Geschmack ist auch sehr einseitig.
Hat alles Vor- und Nachteile.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: OliverBeckmann am 09. Dezember 2010, 09:55:39
Beim abschmecken kommt es auch sehr auf die Tagesform an. Wenn du vor dem probieren des Drinks z.B. schon Alkohol getrunken hast, ist der Geschmack gerade in der Balance süß-sauer evtl. schon ganz anders als wenn du gerade etwas scharfes oder salziges oder vielleicht auch den ganzen Tag fast nichts gegessen hast.

Ansonsten würde ich auch sagen, mach es wie Hannibal schon beschrieben hat, viel probieren, ist halt eben sehr Zeitaufwendig für "mal eben", aber das Ergebnis sollte dann am besten sein.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Mixael am 09. Dezember 2010, 10:11:10
Beim abschmecken kommt es auch sehr auf die Tagesform an. Wenn du vor dem probieren des Drinks z.B. schon Alkohol getrunken hast, ist der Geschmack gerade in der Balance süß-sauer evtl. schon ganz anders als wenn du gerade etwas scharfes oder salziges oder vielleicht auch den ganzen Tag fast nichts gegessen hast.

dazu kommt noch das Zitronen und Limetten nicht immer den selben Säuregehalt haben, je länger Sie liegen desto mehr süße setzt sich auch frei etc., deswegen kann man sich da auch nicht festlegen mit einem bestimmten Verhältnis, da bleibt nur das ungefähre Verhältnis und abschmecken.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 09. Dezember 2010, 10:22:44
Ich schmecke die süß-sauer-Basis eines Drinks auch immer ab. Danach kann man auch nach Belieben die Spirituose dazugeben - der Drink wird zwar kräftiger oder milder, aber immer balanciert bleiben (Ausnahmen bilden natürlich Spirituosen, die eine gewisse Süße mitbringen wie zB im PX-Fass gereifte Brandys oder Rums).

Ein für mich wirklich schwieriger Drink ist der Aviation. Gin muss mE klar im Vordergrund stehen, die gesamte Basis in die säuerliche Richtung schlagen, dabei aber nicht richtig sauer sein und Maraschino und Violette sind beides so intensiv-aromatische Zutaten, dass ein Schuss zu viel den Drink zerstört.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Hannibal am 09. Dezember 2010, 10:27:17
Abschmecken ist Vorraussetzung, allerdings mit der Erfahrung ist man auch schneller und intuitiver in der Lage die Balance herzustellen.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: OliverBeckmann am 09. Dezember 2010, 10:37:24
Da hast du recht, je öfter man das macht, je schneller bekommt man den Dreh raus. Viel Arbeit ist es allemal, aber wenn es dann passt um so besser  ;)


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: cgmix am 11. Dezember 2010, 13:53:45
Ich hab ein Problem mit dem B52! Egal wie vorsichig ich Tia Mara, Baileys und Stroh-Rum (80 vol.%) schichte, vermischt sich irgendwas. Ich bin kurz davor, mir einen Pousse Cafe-Löffel zu kaufen. (So einen mit einer Metallplatte unten.)
Aber Pousse Cafes sind ja auch eigentlich sehr schwierige Drinks. Kann mir jemand sagen, wie man Pousse Cafes ohne Spezial-Löffel am besten schichte. Über die Löffelrückseite bleibt er bei mit nicht auf dem Stiel.  >:(


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: shatesaul am 11. Dezember 2010, 14:01:05
Also B52 ist sehr leicht mach ich bei der Arbeit ohne Löffel und nur mitn Ausgießer am Rand des Glases...
Bei den anderen musst du nur aufpassen das du nicht zu schnell eingießt und die zutaten mit der größten dichte nach unten kommen.... Also erst das mit wenig % und viel Zucker... Dann sollte sich auch ncihts vermischen...


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Arikael am 11. Dezember 2010, 15:07:56
Ich finde den Pegu Club und den normalen Old Fashioned schwierig. Bringe da leider noch keine konstante Qualität hin.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Tiki-wise am 11. Dezember 2010, 16:19:39
Ich stimme dir beim Old Fashioned zu. Der Drink ist von Spirituose zu Spirituose sehr individuell zu kreieren. Insbesondere, wenn es sich um Cask-Strength-Geschichten handelt.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Kuglblitz am 13. Dezember 2010, 22:39:30
Wenns dir zu süß oder zu trocken war, dann versuchst du folgendes mit etwas mehr oder weniger Zucker:
Zuerst Rum ins Mixglas, vil so 5 cl, dazu sagen wir mal 1cl Limette und 1,5cl Zuckersirup als Minimalmenge.
Ich nehm meist bei 5cl Spirituose 1,5 cl von beidem.
Jetzt nimmst du den Barlöffel in die Hand und rührst kurz um und probierst.

Passt die Säure?
Wenn ja, auf Eis schütteln und in ein Cocktailspitz abseihen.
Wenn nein, in 0,25 cl Schritten Limette hinzufügen und wieder Säure prüfen.

Das dauert ein bisschen, bis man es heraus hat.

Da hätte ich eine Frage zum messen und zum abseihen.

Wie messe ich kleine Mengen (0,25 cl) ab? Das sind im Jigger ja kaum messbare Größen.

Und wie schmecke ich geschüttelte Drinks ab? Denn nach dem Schütteln ist der Cocktail ja an sich fertig. Eine weitere (gleiche) Zutat bedeutet neues schütteln und damit doch verwässerung, oder?

Wie gesagt, eine schwierige Sache diese Sours.  :-\

Aber eine echte Herausforderung.   >:( ;)


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Milchplus am 13. Dezember 2010, 22:58:42
Wie messe ich kleine Mengen (0,25 cl) ab? Das sind im Jigger ja kaum messbare Größen.

Zeit für einen neuen Jigger...  ;)
Es lohnt sich, einen mit 0,2cl-Skala anzuschaffen!


Und wie schmecke ich geschüttelte Drinks ab? Denn nach dem Schütteln ist der Cocktail ja an sich fertig. Eine weitere (gleiche) Zutat bedeutet neues schütteln und damit doch verwässerung, oder?

Bei Hannibals Kommentar ging es ja schon um geschüttelte Drinks:
Vor dem Schütteln unter Rühren und ohne Eis abschmecken.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Hannibal am 14. Dezember 2010, 06:59:04
!


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: mimesot am 21. Dezember 2010, 12:33:15
Ich finde auch, dass der Old Fashioned die interessanteste Herausforderung ist, weil man ihn wie gesagt für jede Spirituose neu balancieren muss. Einen  OF mit Buffalo Trace kann ich schon recht gut, aber bei allen anderen hab ich bloß eine Liste an Dingen, die ich beim näcsten mal anders machen will. Letzter OF war ein Tequila-Reposado OF und natürlich hab ich mich mit dem Agavendicksaft verschätzt.


Wo bekommt man so einen geilen Jiggger mit 0,2cl-Abstufung her?


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: guennik am 21. Dezember 2010, 12:37:03
http://www.barstuff.de/barmass-jigger-30-50-oder-20-40ml-mit-2ml-skalierung.html

Der Jigger von Fackelmann (gibt's z.B. bei real) hat ebenfalls eine 2ml Skalierung. Allerdings sind die Skalenstriche unter der 1cl Marke kaum oder gar nicht zu erkennen.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: kaptain am 21. Dezember 2010, 13:21:25
Wo bekommt man so einen geilen Jiggger mit 0,2cl-Abstufung her?

Wie wäre es mit einem Barlöffel?


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Freshman am 21. Dezember 2010, 20:30:28
Wo bekommt man so einen geilen Jiggger mit 0,2cl-Abstufung her?
Metro ~4€, ich hab zwei und ja unterhalb der 1cl Marke ist nix sichtbar. Gründe dafür dürfte die schlechte Erreichbarkeit des Werkzeuges zum prägen ab dieser Position sein. Bei heiklen Sachen fülle ich immer die mengenmässig größeren Sachen >1cl ein und dann die Sachen mit ml.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 21. Dezember 2010, 23:40:50
Zu ersteren zähle ich für mich ganz vorne den Mai Tai, an dem ich mir schon lange die Zähne ausbeiße und der in seiner Forderung nach perfekter Balance von Rum-Aromen, Säure, Süße, Anklängen von Mandel und Orange für mich zu den schwersten Cocktails überhaupt zählt.
Ich stimme Dir zu. Der Mai Tai ist schwierig in Balance zu bringen. Manchmal treffe ich ihn auf den Kopf, manchmal bessere ich pausenlos nach, ohne das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Meistens ist er mir eher zu sauer als zu süß. Geht aber anscheinend nicht nur mir so, denn auch Beachbum Berry hat noch im Grog Log 1,5 oz. Limettensaft empfohlen, in Remixed den Limettensaft aber auf 1,0 oz reduziert.

Da ist ein Martini schon dankbarer. Zwei Zutaten sind halt doch einfacher auszubalancieren als fünf....


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Milchplus am 21. Dezember 2010, 23:47:45
Da ist ein Martini schon dankbarer. Zwei Zutaten sind halt doch einfacher auszubalancieren als fünf....

Gin
Wermut
Orange Bitters
Zitronenöl

Und das Schmelzwasser muss auch wesentlich gezielter eingesetzt werden, als im Mai Tai...
Je minimaler der Drink, desto weniger gehen die Kleinigkeiten im Gesamtbild unter!

( Irgendwer musste die Kunst des guten Martinis doch verteidigen  ;) )


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: ZeeD am 22. Dezember 2010, 00:33:15
Ich finde ebenso in der Regel die Drinks mit weniger Zutaten anspruchsvoller...


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 22. Dezember 2010, 09:10:12
Ich denke, die SChwierigkeit beim Mai Tai ist die Tatsache, dass drei von fünf Zutaten süß sind, eine sauer und die letzte die Spirituose stellt.Man muss also nicht nut Zucker gegen Säure balancieren, sondern eine gelungene Melange von Orgeat, Zucker und Orange Curacao mit Limettensaft balancieren. Kann schwierig sein!


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: ZeeD am 22. Dezember 2010, 10:28:50
Ich hab's zwar noch nicht ausprobiert, aber wie wäre es dann, zunächst den süßen Teil abzuschmecken, danach mit Limettensaft erweitern, wieder probieren, anschließend, wenn diese Basis in Ordnung ist, mit Rum auffüllen?
Hat das schon mal jemand so versucht?


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 22. Dezember 2010, 11:09:10
Ich finde, der süße Teil aus drei Komponenten ist schwierig greifbar.... der funktioniert für mich nur mit Säure - und dann hat man schon vier Komponenten. Aber mit der 1,5-0,75-0,75-Formel für die süßen Zutaten fahre ich ganz gut....


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 05. Februar 2011, 22:31:56
Da ist ein Martini schon dankbarer. Zwei Zutaten sind halt doch einfacher auszubalancieren als fünf....

Gin
Wermut
Orange Bitters
Zitronenöl

Und das Schmelzwasser muss auch wesentlich gezielter eingesetzt werden, als im Mai Tai...
Je minimaler der Drink, desto weniger gehen die Kleinigkeiten im Gesamtbild unter!

( Irgendwer musste die Kunst des guten Martinis doch verteidigen  ;) )
Darauf wollte ich doch noch geantwortet haben: Je weniger Zutaten, desto stärker prägen die einzelnen Zutaten den Drink. Soweit, so klar. Und geschmacklich ist der Martini sicherlich immer noch einer der komplexesten Drinks. Aber für "schwierig" halte ich ihn nicht. Und Zitronenöl als Zutat zu werten, ist schon recht gewagt. Da müßte beim Mai Tai auch die Minze als Zutat gelten, und da gibt es gottweißwieviele Sorten, die das Aroma in die eine oder andere Richtung beeinflußen können... Was ist dann noch Deko, was ist schon Modifier? (klar, Minze ist aufgrund der starken ätherischen Öle nie nur Deko, aber das ist ein anderes Thema).

Ich hatte die Eingangsfrage so verstanden, dass nach Drinks gefragt ist, die durch leichte Nuancen in den Zutaten oder den Mengen leicht aus der Balance kommen können - schwierige Drinks eben. Da zählt für mich der Martini definitv nicht dazu. Während ein einseitig saurer oder pappig süßer Mai Tai wirklich unschön ist, bewirkt ein Schuß zuviel Wermut im Martini einen nicht mehr ganz trockenen, aber immer noch leckeren Drink (die Briten lieben ihn ja angeblich besonders "wet"). Deshalb bleibe ich dabei, dass Drinks mit Zitrussaft in der Regel schwieriger sind als Drinks, die nur/überwiegend aus Spirituosen bestehen.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 06. Februar 2011, 08:50:11
...ich denke schon, dass die Zeste - insbesondere, wenn man sie mit ins Glas gibt - über die Garniturfunktion weit hinausgeht. Ist, wie beim klassischen Champagnercocktail, mE definitiv iene Zutat, die zum fertigen Getränk gehört. Beim Minzstängelchen im Mai Tai würde ich diese Funktion anders bewerten...


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Milchplus am 06. Februar 2011, 14:27:43
(Man denke auch an Kombination unterschiedlicher Früchte, einreiben des Glases, besprühen unterschiedlicher Teile des Glases, eine Zeste zum Spritzen, eine neue ins Glas, ....MEHR ALS DEKO!)

...ich denke schon, dass die Zeste - insbesondere, wenn man sie mit ins Glas gibt - über die Garniturfunktion weit hinausgeht. Ist, wie beim klassischen Champagnercocktail, mE definitiv iene Zutat, die zum fertigen Getränk gehört. Beim Minzstängelchen im Mai Tai würde ich diese Funktion anders bewerten...

Mehr ist dazu kaum zu sagen.
Wir haben hierzu wohl einfach eine andere Meinung, Semyon.
Aber in Erwartung des anrollenden Tiki-Hypes wirst du sicher bald in guter Gesellschaft sein.  ;)


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Kuglblitz am 06. Februar 2011, 15:43:33
Ich hatte die Eingangsfrage so verstanden, dass nach Drinks gefragt ist, die durch leichte Nuancen in den Zutaten oder den Mengen leicht aus der Balance kommen können - schwierige Drinks eben.
Ja, so war es gemeint.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 06. Februar 2011, 20:21:51
Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Alchemyst am 06. Februar 2011, 20:47:03
Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.

Ich denke auch, dass in manchen Fällen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: dadid123 am 06. Februar 2011, 22:13:06
Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.

Ich denke auch, dass in manchen Fällen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.

Bin ich absolut bei Dir, z. B. ein Bourbon Old Fashioned ohne Orangenzeste abgespritzt ist ein völlig anderer Drink, egal ob die Orangenzeste letztendlich im Drink landet oder nicht


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 09. Februar 2011, 20:55:38
Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.

Ich denke auch, dass in manchen Fällen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.

Bin ich absolut bei Dir, z. B. ein Bourbon Old Fashioned ohne Orangenzeste abgespritzt ist ein völlig anderer Drink, egal ob die Orangenzeste letztendlich im Drink landet oder nicht
Gilt mE auch für die Minze im Mai Tai.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: SipSailor am 09. Februar 2011, 22:43:50
Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.

Ich denke auch, dass in manchen Fällen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.

Bin ich absolut bei Dir, z. B. ein Bourbon Old Fashioned ohne Orangenzeste abgespritzt ist ein völlig anderer Drink, egal ob die Orangenzeste letztendlich im Drink landet oder nicht
Gilt mE auch für die Minze im Mai Tai.

Definitiv ja.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Cocktailmexican am 09. Februar 2011, 23:01:11
Finde ich nicht. Mit dem richtigen Rum kann ich auch gut darauf verzichten.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 10. Februar 2011, 09:09:48
Finde ich nicht. Mit dem richtigen Rum kann ich auch gut darauf verzichten.

Sehe ich genauso.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 10. Februar 2011, 09:24:36
Finde ich nicht. Mit dem richtigen Rum kann ich auch gut darauf verzichten.
Die Orangenzeste beim Manhattan unverzichtbare Zutat, die Minze im Mai Tai (oder im Julep...  >:D) verzichtbare Deko - wo bleibt da die Logik?


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Cocktailmexican am 10. Februar 2011, 09:26:55
Die Logik hat gegen meinen Geschmack keine Chance


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 10. Februar 2011, 09:34:31
Mai Tai und Julep sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.


Die Minze im Mai Tai liefert an einem Punkt der Getränkeoberfläche einen veränderten Duft.

Die ätherischen Öle der Zitronenzeste werden über die ganze Drinkoberfläche gesprüht. Gibt man sie in den Drink, verändert die Zeste auch noch den Geschmack der gesamten Flüssigkeitsmenge. Dazu ist ein Stängel Minze im Mai Tai nicht in der Lage - und da ist der Unterschied.

Am Ende des Tages bleibt es ja auch angenehmerweise mal wieder eine reine Geschmacksfrage...


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 10. Februar 2011, 09:34:50
Dass ein Mai Tai auch ohne Minze schmecken kann - klar! Aber hier ging es darum, ob Minze und Zeste gleichermaßen als Zutat einzuordnen sind, oder ob es einen Unterschied gibt zwischen der Minze im Mai Tai und der Zeste im Manhattan. Und da bleibe ich dabei: Egal, ob man Minze und/oder Zeste (oder Kirsche etc) als Deko oder als Zutat klassifiziert, sie beeinflussen stets die Textur und das Aroma eines Drinks und sind daher gleichermaßen wichtig.

Um nochmals auf den Martini zurückzukommen, weil die Diskussion dort ihren Anfang nahm, darf ich nur daran erinnern, dass ein Martini mit Silberzwiebel eben kein Martini, sondern ein Gibson ist...


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 10. Februar 2011, 09:35:46
Mai Tai und Julep sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.
Das mit dem Julep war ja auch nicht ganz ernst gemeint (siehe Smiley)...


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 10. Februar 2011, 09:36:00
Eine Kirsche ist mE extrem weit entfernt von einer Zeste.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 10. Februar 2011, 09:37:17
Eine Kirsche ist mE extrem weit entfernt von einer Zeste.
Wofür macht man sich denn dann die Mühe und legt sie in Maraschino ein?


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 10. Februar 2011, 09:52:51
Damit sie gut schmeckt. Eine Kirsche muss mE auch nicht im Drink sein, sie kann auch auf einem Spieß am Glasrand liegen. Zu meinem Manhattan eine leckere Kirsche - gern! Maraschino in meinem Manhattan muss ich nciht zwangsläufig haben.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: mkey am 10. Februar 2011, 10:11:50
Sehe ich auch so mit den Kirschen.

Geb mir gerne Mühe beim einlegen...um sie hinterher schön aus einem Schälchen zum Manhatten o.ä zu geniessen.
Bei der ganzen Whiskey, Wermuth, Bitter fuchserei möchte ich mir ja dann nicht den Drink durch Maraschino-Zucker-Gewürz Misch durchspülen lassen.
Dazu ist zu viel Zeit und Enthusiasmus in die Entstehung des 'perfekten' Drinks geflossen.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Semyon am 10. Februar 2011, 10:32:55
Gutes Beispiel, das zeigt, wie wenig zielführend die Einordnung in Deko/Zutat/Beilage ist. Wenn man die Kirsche nämlich erst nach dem Drink ist, wird eher ehe eine Art Beilage daraus. Ist man die Kirsche hingegen zwischendurch und trinkt danach einen Schluck, verändert sie definitiv auch das Geschmacksbild des Drinks (was freilich auch Cracker, Nüßchen, einfach jede Art von Snacks tun). Dann müßte man wieder von einer Zutat sprechen. Wie gesagt, Wortklauberei....

Aber darf man noch von einem Manhattan sprechen, wenn man auf die Kirsche und/oder Zeste völlig verzichtet? Klar, hat man in den 80ern so gemacht (da hat man auch auf Bitters verzichtet... ::)). Man hat auch immer noch einen Mai Tai vor sich, wenn man die Minze weg lässt. Geht vielleicht als Notlösung, wenn man mal keine Minze im Haus hat. Aber im einen wie im anderen Fall fehlt halt einfach das entscheidende Etwas.

Bei der ganzen Diskussion wundere mich ehrlich gesagt ein bißchen, wieso ätherische Öle aus einer Zeste anders zu bewerten sein sollen als ätherische Öle aus einem Stängel Minze.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Arikael am 10. Februar 2011, 10:55:57
Immer diese Dogmen und Taxonomiediskussionen...


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: guennik am 10. Februar 2011, 11:10:17
Wortklauberei....
Zustimmung


Aber darf man noch von einem Manhattan sprechen, wenn man auf die Kirsche und/oder Zeste völlig verzichtet? Klar, hat man in den 80ern so gemacht (da hat man auch auf Bitters verzichtet... ::)).

Ja man darf. Aus Jerry Thomas' Bartender's Guide:
Zitat
Manhattan Cocktail.
(Use small bar-glass.)
Take 2 dashes of Curacoa or Maraschino.
1 pony of rye whiskey.
1 wine-glass of vermouth.
3 dashes of Boker's bitters.
2 small lumps of ice.

Shake up well, and strain into a claret glass. Put a quarter of a slice of lemon in the glass and serve. If the customer prefers it very sweet use also two dashes of gum syrup.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 10. Februar 2011, 11:16:12
...warum ich persönlcih es anders bewerte habe ich oben genau beschrieben....


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: guennik am 10. Februar 2011, 11:31:01
hmm, du hast über persönlichen Geschmack geschrieben und darüber, wie Zesten/Kirschen/Minzestängel/Maraschino den Gechmack eines Drinks verändern. Da bin ich mit dir auf einer Linie.

Ich finde dennoch, dass man einen "Manhattan" ohne Zeste oder Kirsche mit dem gleichen Recht einen Manhattan nennen darf wie einen "Manhattan" mit Zeste oder Kirsche. Wenn JT damals die Kirsche weglassen durfte oder Ted Haigh heute auf die Zeste verzichten darf, wer bin ich ihnen zu widersprechen ;)? Dass die beiden Drinks nicht gleich schmecken steht außer Frage. Welcher besser schmeckt ist Geschmackssache.

EDIT: Mit der Deko/Zutaten-Diskussion hat das allerdings wenig zu tun (genausowenig wie mit dem eigentlichen Topic des Threads ;)).


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: crackone am 10. Februar 2011, 12:30:08
Klar,
es geht immer um die subjektive Wahrnehmung.

Ich stimme ebenfalls zu, dass ein Manhattan ohne Zeste einer ist, genauso wie ein Manhattan mit Zeste. Analog Mai Tai mit und ohne Minze. Ist für mich nach wie vor dieser Drink. Nur schätze ich den Effekt der gedroppten Zeste höher ein als den der Minze. Aber ist ja auch total egal ;)


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: Alchemyst am 10. Februar 2011, 12:46:28
Immer diese Dogmen und Taxonomiediskussionen...

Ich fand diese kleine Diskussion sehr interessant,
und auch wenn man zu verschiedenen Sichtweisen kommen kann,
habe ich doch einiges bei der Diskussion gelernt,
denn sie hilft einen Drink und seine Unterschiede bei der Zubereitung zu verstehen.


Titel: Re:"Schwierige" Cocktails
Beitrag von: SipSailor am 10. Februar 2011, 14:36:59
Nur schätze ich den Effekt der gedroppten Zeste höher ein als den der Minze.

Da bin ich wieder Deiner Meinung.