Cocktails & Dreams - Coole Drinks für heiße Sommer
 

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Autor Thema: Metrische Cocktails versus US- Cocktails  (Gelesen 5090 mal)
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dadid123
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« am: 30. Januar 2010, 20:57:13 »

Welche Meinungen gibt es hier im Forum zu den unterschiedlichen MischungsverhĂ€ltnissen, die durch die Umrechnung von flĂŒssigen Unzen in Zentiliter fĂŒr einunddenselben Drink entstehen?

Beispiel Frisco Sour:
1/2 oz fresh lemon juice
1/4 oz fresh lime juice
3/4 oz. Benedictine
1 1/4 oz Bourbon Whiskey
1/4 tsp sugar

Bereits bei den Hauptbestandteilen Whiskey und Benedictine findet man in deutschen Rezepten das MischungsverhÀltnis 2 : 1 (4 cl Whiskey und 2 cl Benedictine), was beim US- amerikanischen Rezept ca. 1,7 : 1 ergibt. Nicht gerade unerheblich was den Geschmack anbelangt. Egal, weil ein Rezept nur als Richtlinie verstanden sein will?
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Resist the temptation to buy inexpensive liquor. Charles H. Baker Jr.
Hannibal
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« Antworten #1 am: 30. Januar 2010, 21:28:47 »

Ich finde, dass Einheiten fĂŒr einen Cocktail irrelevant sind. Es hĂ€lt sich gerne die These, dass diese ein Teil der (Trink)Kultur sind.
Ich denke, man muss den Cocktail verstehen, danach die Zutaten auswÀhlen und daraus eine Balance herstellen.
Rezepte können immer nur eine Vorschlag oder eine Impression eines anderen darstellen, die  man nutzen kann um sein eigenes Bild zu formen.
Daraus ergibt sich möglichst das eigene passende Rezept, was man als GedĂ€chtnisstĂŒtze aufschreiben kann, aber auch dann muss man an Ort und Stelle probieren und eventuell korrigieren. Wenn man den Drink verstanden hat, kann man ihn inklusive aller Varianten mixen.
Es gibt nicht DAS Rezept. das ist auch nicht wichtig oder nötig.

Es gibt keine besseren oder schlechten Einheiten. Sie sind nur Mittel zum Zweck. Ich veröffentliche keine Rezepte mehr mit angelsÀsischen Einheiten.
SI Einheiten wurden geschaffen um miteinander global zu kommunizieren. Kommunikation muss nicht unnötig erschwert werden.
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dadid123
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« Antworten #2 am: 30. Januar 2010, 21:53:56 »

Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin ein Verfechter der "Teile"- Nomenklatur, z.B. vier Teile Whiskey, zwei Teile Benedict ... und dann zur weiteren Verfeinerung, nachdem man den Drink - wie du bereits gesagt hast - verstanden hat, z.B. vier große oder kleine Teile Whiskey...
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SipSailor
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« Antworten #3 am: 30. Januar 2010, 23:45:32 »

Mag ich ĂŒberhaupt nicht, und zwar aus zwei GrĂŒnden:
  • Ich will nicht jedesmal ĂŒberlegen mĂŒssen, wie groß ich den Cocktail jetzt mache.
  • Kleinste Einheiten, wie Spritzer, Dashes etc. lassen sich nicht von der absoluten Mengenangabe lösen. Zu solchen Drinks ist die "Teile"- Nomenklatur inkompatibel.
Ich stelle mir gerade ein Old Fashioned Rezept vor:
450 Teile Bourbon
45 Teile Zucker (WĂŒrfel)
2 Teile Angostura
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Jede hinreichend entwickelte Technik unterscheidet sich nicht mehr von Magie. - Arthur C. Clarke
dadid123
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« Antworten #4 am: 31. Januar 2010, 01:05:22 »

Das ist der Nachteil, die absolute GrĂ¶ĂŸe des Cocktails muss zusĂ€tzlich beschrieben werden und ergibt sich nicht automatsch aus der Addition der Rezeptzutaten. Die Spritzer, Prisen etc. sind ohnehin keine definierten GrĂ¶ĂŸen, bei einer kleineren Flaschenöffnung ist der Spritzer kleiner, bei dicken Zeigefingern und Daumen eine Prise entsprechend mehr.

Mir persönlich hilft das Teile- Denken sehr einen Drink zu verstehen und nach meinem Geschmack mit GefĂŒhl zu optimieren.
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« Antworten #5 am: 31. Januar 2010, 01:52:03 »

Aber das sieht man doch auch, wenn man sich die Mengenangaben anschaut. Wenn ein Sour mit 5cl Whiskey, 2 cl Zuckersirup und 3cl Zitronensaft angegeben ist, weiß man, dass er zur HĂ€lfte aus Whiskey besteht, und 1,5 mal so viel Zitronensaft wie Zucker enthĂ€lt.
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Shola
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Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #6 am: 31. Januar 2010, 02:13:00 »

Ein sehr alter Barkeeper (Gott hab ihn selig) hat mir dazu folgendes gesagt:
"Ein Rezept ist immer nur die Interpretation einer Aromenkombination"
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Konrad Adenauer
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Messen, mischen, rĂŒhren wird zum ... fĂŒhren


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« Antworten #7 am: 31. Januar 2010, 11:13:34 »

Ich habe mich zu dem Thema auch schon mal geÀussert und zwar in diesem Thread hier:
www.cocktaildreams.de/forum/index.php?board=1;action=display;threadid=5411
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Ein Drink ist kein willkĂŒrliches ZusammenschĂŒtten von beliebigen Zutaten. In einem Drink steckt sehr viel mehr Kulturgut als in einem bloßen GetrĂ€nk  [Gonçalo de Sousa Monteiro]   -   "Got Ice?" Because a cocktail without ice is just warm booze with juice!
www.trinklaune.de
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« Antworten #8 am: 31. Januar 2010, 11:36:00 »

Ich sag' mal zum angloamerikanischen Einheitensystem folgendes:

Jeder, der schon mal ein wissenschaftliches Buch in die Hand genommen hat und wirklich damit gearbeitet hat, wird merken, was fĂŒr ein Segen ein einheitliches Einheitensystem wĂ€re. Kultur hin oder her, aber die Einheiten sind von enormer Bedeutung fĂŒr die Wissenschaft und diese sollte das erste sein, bei der eine Vereinheitlichung statt findet um die Kommunikation zu erleichtern.

Wir reden hier ja nicht von Vokabeln, bei denen man das Wort direkt ĂŒbersetzen kann.
Wir reden hier von Umrechnungsfaktoren, die bei Oz->ml noch sehr einfach sind, aber merkt euch zum einen mal den Umrechnungsfaktor fĂŒr Materialeigenschaften und fangt dann zusĂ€tzlich noch das Rechnen an. Es gibt schöneres.

Vielleicht ist es fĂŒr den einen hier nur Bequemlichkeit, aber wenn ich in diesem Fall zwischen der Kultur und dem Fortschritt (nicht vielleicht so sehr in der Bar) entscheiden mĂŒsste, wĂ€re es der Fortschritt.
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Hannibal
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« Antworten #9 am: 31. Januar 2010, 12:21:41 »

Die Diskussion gibts noch! - Wie herrlich.
Habs nochmal durchgelesen und mich sehr amĂŒsiert.

Es sind doch nur Einheiten  Grinsend
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« Antworten #10 am: 31. Januar 2010, 12:45:05 »

Die Diskussion gibts noch! - Wie herrlich.
Habs nochmal durchgelesen und mich sehr amĂŒsiert.

Es sind doch nur Einheiten  Grinsend

Wie gesagt, in der Bar gebe ich dir Recht, nur leider zieht das weitere, unangenehmere Kreise Grinsend
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Hannibal
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« Antworten #11 am: 31. Januar 2010, 12:53:26 »

In den naturwissenschaften wird man mit nicht metrischen Einheiten heute zu Recht ausgelacht und VerhĂ€tlnisse mĂŒssen viel genauer stimmen, aber auch da muss man verstehen was man tut. Sonst wirds nix.
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dadid123
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« Antworten #12 am: 31. Januar 2010, 14:16:13 »

Die Diskussion gibts noch! - Wie herrlich.
Habs nochmal durchgelesen und mich sehr amĂŒsiert.

Es sind doch nur Einheiten  Grinsend

Hab's auch gerade gelesen, Wahnsinn wieviel zu diesem Thema schon gesagt wurde, höchst interessant!

Vielleicht gehören die amerikanischen Einheiten eh bald der Vergangenheit an, denn: "America goes metric - inch by inch!!"  Zwinkernd
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« Antworten #13 am: 31. Januar 2010, 14:34:53 »

Solange alte BarbĂŒcher wie blöd nachgedruckt werden, werden die nie verschwinden  Zwinkernd
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« Antworten #14 am: 31. Januar 2010, 20:04:12 »

Ein Gedanke zur Ursprungsfrage:

Ich hatte letztens mal wieder Lust und Laune Cocktailvideos bei Youtube anzuschauen und bin mal wieder bei "David Wondrich: The Holland Gin Cocktail" gelandet.

Was macht er da eig. bzw. was ist da eig. zu sehen?

Sein Auftreten inkl. Kleidung mit vielen brauntönen (so viel kann man leider nicht erkennen), die dunkle Einrichtung, die schwachen LichtverhÀltnisse.
Dazu kommt das rĂŒhren mit gestoßenem Eis in einem extrem alten (oder nach alten Vorbild hergestellten) Mixglas.
Dazu Zutaten wie sie frĂŒher gab.

Abgesehen von einem tollen Cocktail. Er verkörpert neben der Faszination des Drinks viel mehr die Faszination nach AuthentizitÀt - Alles wie vor 150 Jahren.

Es entspricht sicher keiner Vernunft dem Genuss gegenĂŒber den Drink mit gestoßenem Eis zu rĂŒhren, da muss so viel Eisstaub dabei sein, so schnell rĂŒhren und probieren kann er gar nicht bis dieser verwĂ€ssert (und so viel Schmelzwasser braucht der Cocktail nicht, ich hab den selbst schon gemixt). Das ist Wondrich sicher bewusst und trotzdem macht er es aus voller Überzeugung.

Ich denke, man muss sich an der Stelle entscheiden.

Was will man?
AuthentizitÀt so weit es geht? Dann bitte auch keine SI Einheiten. Shots, tins, wineglasses, ounces,...im Bedarfsfall...

Interessiert einen rein das Mixen von einem GenussgetrÀnk, dann braucht man keinen angelsÀchsischen Einheiten.

Bis zu einem gewissen Grad ist beides KEIN Widerspruch und wertend ist es auch nicht gemeint. Aber es ist nicht vollstÀndig kompatibel.
« Letzte Änderung: 31. Januar 2010, 20:12:10 von hannibal » Gespeichert
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