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Autor Thema: How To: Eiskugeln ohne Lufteinschlüsse herstellen (clear ice balls)  (Gelesen 3934 mal)
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Maxology
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« am: 21. Mai 2016, 09:23:58 »

Hi Leute!

Es gab Interesse am Herstellungsprozess für klare Eiskugeln, also schreib ich hierir mal auf, was ich dafür so gemacht habe.



Warum klare Eiskugeln? Tun es normale nicht auch?

Eigentlich gibt es nur einen wirklichen Grund, sich die Mühe zu machen: Ästhetik. Eine "normale" Eiskugel ist weiß aufgrund der Lufteinschlüsse und Unreinheiten, die beim Erstarren nirgendwohin entweichen können. Diese Unreinheiten sind wie Katalysatoren für Risse. Das kann im schlimmsten Falldazu führen, dass beim Einschenken des Drinks die Eiskugel zerbricht. Aber auch bei der klaren Eiskugel kann dies aufgrund von thermischen Spannungen passieren, jedoch gibt es weniger Fehlstellen im Eis durch Einschlüsse, was die Rissentwicklung etwas behindert. Letztendlich schaut eine klare Eiskugel im Drink aber einfach nur besser aus.

Es gibt mehr oder weniger drei Sorten von Eiskugelformen: Plastikformen wie diese hier, Silikonformen für mehrere Kugeln und dann noch einzelne Kugeln aus zwei Silikonhälften, wie diesen Todesstern, den ich auch benutze. Für unsere Methode brauchen wir einzelne Formen, wobei sowohl die Plastik- als auch die Silikonformen hier taugen sollten. Damit sollten wir mit dem "wissenschaftlichen Teil" starten können.


Let's science the shit out of this: Wie bekomme ich klares Eis?

Das Video, das mich dazu gebracht hat, selber klare Eiskugeln herzustellen ist von Cocktail Chemistry (ein sehr cooler Channel meiner Meinung nach). Wir konzentrieren uns hier aber mal auf die Eiskugeln, weniger auf Eisblöcke zum zurechtsägen.

Zur Theorie: Eine Eiskugel erstarrt normalerweise von außen nach innen. Das liegt daran, dass die Form natürlich von außen zuerst kalt wird, weil da der Eisschrank ist. Innen erstarrt sie dann zuletzt. Deshalb ist die Eiskugel dann auch trüb, da die Unreinheiten und Luftblasen nach innen gedrückt werden beim Erstarren. Was wir also wollen, ist dass die Erstarrung nicht nach innen, sondern nach außen läuft! Da die meisten Eiskugelformen ein Loch als Öffnung haben, wollen wir die Erstarrung in Richtung des Loches leiten.



Damit die Erstarrung bei der Kugel anfängt, sollte sie eine geringe Wärmemenge haben und mit einer größeren Wärmemenge verbunden sein, die als letztes erstarrt. Meine Herangehensweise dafür ist einen Cocktailshaker zu nehmen, diesen zu isolieren und die Kugel oben aufzulegen. Die Isolation des Shakers sorgt dafür, dass das Wasser unten im Shaker als letztes erstarrt, damit die Luftblasen und Unreinheiten dahin gedrückt werden.

Die Isolation habe ich aus Luftblasen-Folie und Alufolie gebastelt. Einfach um den Shaker rumwickeln, mit Tesa festkleben und dann mit Alufolie einwickeln. Den zerschnittenen Plastikbecher stelle ich in den Shaker, damit die Eiskugel weit oben im Shaker liegt, im Idealfall so weit wie möglich außerhalb. Damit sorgen wir dafür, dass die Kugel zuerst erstarrt (wenig Wasser, schlecht isoliert) und das Wasser im Shaker zuletzt (viel Wasser, gut isoliert). Ist die Eiskugelform groß genug, um im Shaker zu stecken, brauchen wir natürlich keinen Becher. In beiden Fällen ist natürlich zu beachten, dass die Kugel mit der Öffnung nach unten im Shaker liegt. Weiterhin sollte man die Eiskugelform randvoll machen und einen Finger auf das Loch halten, bis die Öffnung im Wasser ist, damit kein Wasser austritt. Sonst hat man (wie ich im ersten Bild rechts zu sehen) fehlende Stellen auf der Oberseite der Kugel. Man kann die gefüllte Kugelform, bevor man sie auf den Shaker legt, auch noch ein wenig "anklopfen", um Wasserblasen rauszubekommen. Bin mir aber nicht ganz sicher, ob das wirklich viel Einfluss hat. Ich denke das kommt darauf an, wie schnell die Form gefüllt wurde und wie viel Luft dadurch eingebracht wurde.



Das ganze kommt dann ins Gefrierfach. Bei mir haben 24 Stunden gereicht, damit die Kugeln durchgefroren sind und noch etwas Wasser im Shaker war. Das ist völlig in Ordnung, das Eis im Shaker brauchen wir prinzipiell nicht. Man bekommen das Eis sehr einfach raus, wenn man kurz Wasser über den Shaker laufen lässt. Für die Eiskugeln gilt das gleiche. Die Eiskugeln schauen übrigens noch besser aus, wenn man sie kurz mit Wasser abwäscht. Dann verschwindet der "rauhe Frost" auf der Oberfläche. Dann kann man die Kugeln in eine Box oder einen Gefrierbeutel packen und aufbewahren, bis sie gebraucht werden.


Fazit

Zusammenfassend finde ich, dass der Aufwand für klare Eiskugeln nur in der einmaligen Vorbereitung größer ist. Die Materialkosten befinden sich hier im Cent-Bereich (Folie(n), Plastikbecher), sofern man einen Shaker oder ein ähnliches Gefäß und die Formen schon besitzt. Sobald man das hat, macht es (abgesehen vom Platz im Gefrierfach) keinen Unterschied mehr. Hat man mehr Platz im Gefrierfach, kann man sich dann auch an klare Eisblöcke ranmachen. Das ist im Video, das ich oben verlinkt habe, gut beschrieben.

Ich hoffe ihr findet das Tutorial hier nützlich. Wenn ihre klares Eis hergestellt hab, postet Bilder hier rein!

In diesem Sinne: Möge die macht mit euch sein!


« Letzte Änderung: 21. Mai 2016, 09:26:03 von Maxology » Gespeichert
Citrus
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« Antworten #1 am: 23. Mai 2016, 10:34:00 »

Sehr schöner Beitrag, danke!

Es geht aber sogar noch etwas einfacher. Wie ich irgendwann nach dem Lesen entsprechender Beiträge auf der Camper English Alcademics-Seite durch Ausprobieren festgestellt habe, passen die Silikon-Eiskugel-Formen von Pearl (50mm), die wohl einige hier im Forum nutzen, auch ohne zusätzliche Halterung perfekt in das Unterteil des Isolierbechers Emsa Travel Mug 0,36 l (ich hatte beides schon zu Hause).

Etwas schwierig ist hierbei nur, mit dem Finger auf dem Loch der Silikonform unter die Wasseroberfläche des Isolierbechers zu kommen, da dessen Durchmesser natürlich kleiner ist als bei dem von Dir verwendeten Shaker. Ein Vorteil ist dagegen, dass keine selbst gebastelte Isolierung benötigt wird (und keine Halterung), da der Becher schon isoliert ist.

Werde versuchen, einige Fotos nachzureichen.
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Maxology
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« Antworten #2 am: 24. Mai 2016, 10:45:50 »

Ein schon isolierter Becher und eine Kugel im richtigen Durchmesser sind natürlich optimal! Mein Ansatz war eher "Okay, ich habe diese Formen, was hab ich noch so da?". Mit Glück findet man daheim die passenden Sachen um es noch einfacher zu machen.
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Ron_Haggy
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« Antworten #3 am: 26. Mai 2016, 09:34:31 »

Hallo,
klare Eiskugeln, das muß getestet werden  Smiley
Ich habe so einen hässlichen Thermosbecher der vom Durchmesser her passt, also alles wie hier beschreiben gefüllt und in den Froster damit.

Am nächsten Tag raus geholt und so schaut das dann aus:


Die Form lässt sich leicht abnehmen


Die Kugel ist zwar nicht 100% klar, aber deutlich besser als beim normalen einfrieren, hier mal der Vergleich:


Der Becher ist jetzt wieder im Kühlmöbel, dieses mal mit warmen Wasser und mit kürzerem Distanzrohr, so das die Form tiefer im Thermosbecher steckt.
Ich bin gespannt, auf alle Fälle schon mal danke für den Tip  Cool

Gruß Hagen
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Partyboy
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« Antworten #4 am: 27. Mai 2016, 15:44:28 »

Danke für den Beitrag Maxologe. Klares Eis macht einfach viel her.
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