Zu 1.: Kalkulation:
Hier würde ich gerne für mich persönlich mal die Drinks bis auf den letzten Cent durchkalkulieren. Das ich das später nicht so auf die Cocktailkarte schreibe, sondern grob ab- oder aufrunde ist selbstverständlich.
Hat hier schon irgendwer mal schon ermittelt was was kostet?
Klar, Spirituosenpreise auf 5cl runterrechnen ist nicht gemeint, sondern...
--> was kostet uns 1cl Zitronen oder Limettensaft?
--> Wie viel Zentiliter Saft kommen aus Zitrone und Limette im Schnitt
--> Sind Bitters im Cocktail bereits im Centbereich oder nur ein Bruchteil davon (will ich nur für mich wissen)
--> Was kostet mich (für den Strom) eigentlich die Eisproduktion? (will ich nur für mich wissen)
--> Was kostet mich eigentlich ein Spülmaschinenlauf? (will ich nur für mich wissen)
--> Was habe ich sonst noch an Kosten? ... Trinkhalme, Servierten, Deko (Cocktailkirschen, Zesten, Trockenfrüchte, Schwund...)
Für die Berechnung von Cocktailpreisen gibt es ne schöne Excel-Tabelle von Jeffrey Morgenthaler (wurde evtl. auch schon mal hier irgendwo gepostet):
http://www.jeffreymorgenthaler.com/2011/how-to-price-a-cocktail-menu/Die ist hilfreich, liefert Dir aber nicht die Kosten für die "Nebensachen", die Du gerne hättest.
Bei Zitronen und Limettensaft kommt es natürlich auf Deine Einkaufspreise an. Bei Limetten rechne ich im Schnitt mit 3cl pro Limette, wenn sie aus dem Supermarkt kommen wahrscheinlich eher noch etwas weniger. Bei Zitrone finde ich es fast schwieriger, weil die in Form und Ergiebigkeit noch stärker schwanken als Limetten. Kauf Dir 10, press sie aus, rechne den Durchschnitt aus.
Bitters lassen sich in der Excel-Tabelle leicht berechnen. Wenn Du die vorhandenen Dash-Löcher (Angostura oder Peychaud's) benutzt, ist die durchschnittliche Dash-Größe (laut Don Lee) ca. 0,6 ml. Bei japanischen Dashbottles sind es ca. 0,25ml pro Dash. Die Infos hab ich aus meiner Erinnerung von einem Vortrag auf dem BCB2011. Leider finde ich sie nicht online, um sie zu verifizieren.
Eisproduktion und Spülmaschine sind recht aufwändig zu ermitteln. Vielleicht bietet zumindest die Spülmaschine im Datenblatt Anhaltspunkte (Strom- und Wasserverbrauch pro Spülgang oder sowas)? Über die Energieeffizienzklasse müsste auch eine Annäherung möglich sein.
Für die Eisproduktion müsstest Du wohl ein Leistungsmessgerät besorgen (gibt's z.B. beim Energieversorger zum Ausleihen), dann die Leistungsaufnahme im Normalbetrieb und beim Eismachen messen. Die Differenz ist Dein Stromverbrauch für Eis. Plus ein gewisser Betrag quasi als Abschreibung für den Kühlschrank

Sonstige Kosten kannst Du in der Excel-Tabelle im Prinzip auch einfach einbauen.
5. Variante: Ich schreibe hinter die Cocktails und zu den Kategorien GAR KEINE Preise. Ich schreibe lediglich auf der ersten Seite der Cocktailkarte ein paar einleitende Worte wo ich auch auf den Rahmen der Unkosten hinweise und ein paar Beispiele gebe... Longdrinks und aufgefizztes 1,50 bis 2 Euro ... Sours 2,50 Euro ... Tiki-Drinks 3 bis 4 Euro ... Klassische Cocktails .... --> Gefällt mir bisher noch am besten, doch habe ich hier das Gefühl, dass ich meinen Freunden nicht genügend Einblick in die waren Kosten gewähre und nicht genügend differenziere. So kann es passieren, dass sie desöfteren zuviel reinwerfen.
Bin mir sehr unsicher, wie ich es handhaben möchte. War ist eure aktuelle Variante? Und was haltet ihr von meiner 5. Variante als Grundidee?
Meine Erfahrung aus verschiedenen Kartengestaltungen, allerdings im öffentlichen Bareinsatz, ist, dass Leute die Begleittexte nicht lesen. Diejenigen, die es tun, sind sich der Feinheiten der Trinkkultur und auch der entsprechenden Preise bewusst und brauchen diesbezüglich keine Hinweise. Die anderen wollen einfach den Eindruck haben, alles ist so wie sie meinen, dass es sein muss. "Hauptsache billig und knallt". Insofern halte ich persönlich die Variante 5 für schön aber wenig hilfreich
