Cocktails & Dreams - Coole Drinks für heiße Sommer
 

22. Mai 2013, 22:38:29 *
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Autor Thema: Single Malts in Cocktails?  (Gelesen 3551 mal)
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guennik
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« am: 20. August 2008, 21:50:51 »

Hallo,

habe heute in einem Buchladen etwas in Franz Brandls "Cocktails. Die 1000 besten Drinks mit und ohne Alkohol: Über 1000 Drinks mit und ohne Alkohol" gestöbert. Dabei ist mir aufgefallen, dass Brandl bei den Cocktails mit Scotch Whisky zuerst einen Abriss über Single Malts liefert und im Anschluss gleich die Rezepte mit Scotch Whisky aufführt.
Das hat mich etwas gewundert, werden doch meines Wissens nach in Cocktails Single Malts aufgrund des eher hohen Preises und der den schottischen Single Malts eigenen Torfnote nicht verwendet. Statt dessen werden Blends wie etwa The Famous Grouse bevorzugt. Diese finden in dem Buch aber keine Beachtung (es sei denn ich habe etwas übersehen).
Oder ist es tatsächlich üblich auch schottische Single Malts in Cocktails zu verwenden? Mir jedenfalls erscheint mein 18 jähriger Highland Park fürs mixen zu schade.

LG
Guenni
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There is a theory which states that if ever anyone discovers exactly what the Universe is for and why it is here, it will instantly disappear and be replaced by something even more bizarre and inexplicable. - There is another theory which states that this has already happened.
HYPNO-TIQ
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« Antworten #1 am: 20. August 2008, 22:36:40 »

Das hat mich etwas gewundert, werden doch meines Wissens nach in Cocktails Single Malts aufgrund des eher hohen Preises und der den schottischen Single Malts eigenen Torfnote nicht verwendet. Statt dessen werden Blends wie etwa The Famous Grouse bevorzugt.

Wenn der Preis gerechtfertigt ist, ist das doch o.k.
Nur gute Zutaten ergeben gute Cocktails.

Die Torfnote kann tatsächlich stören, aber auch gezielt eingesetzt werden.

Oder ist es tatsächlich üblich auch schottische Single Malts in Cocktails zu verwenden?

Ein Beispiel ist Rauch nach
Laila Darwich und Helmut Adam, Berlin.

RAUCH
====================================
1cl Laphroaig 10-year-old Single-Malt Scotch
4,5cl Black Mozart Chocolate Liqueur
7,5cl Tamarindensaft

Auf Eis schütteln und in ein mit zerstoßenem Eis gefülltes Glas abseihen. Mit einer Sternanisfrucht garnieren.

Mir jedenfalls erscheint mein 18 jähriger Highland Park fürs mixen zu schade.

Gerade der milde (und mir zu langweilige) Highland Park
ist doch zum Mixen gut geeignet
« Letzte Änderung: 20. August 2008, 22:52:00 von HYPNO-TIQ » Gespeichert
oscomp
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« Antworten #2 am: 20. August 2008, 22:48:02 »

Den 18yo würde ich vermutlich tatsächlich eher pur trinken, aber den 12yo würde ich durchaus mixen.

Ein Drink, der ohne einen guten Single Malt nicht auskommt: der Blood & Sand..

Rezept aus dem Savoy Cocktailbook
1 Teil Scotch Whisky
1 Teil Carpano Antica Formula
1 Teil Cherry Brandy
1 Teil Orangensaft

Ich habe diesen Drink im Le Lion in Hamburg probiert.
Dort ist scheint man überzeugt zu sein, dass dieser Drink nur mit Laphroaig 10yo funktioniert - und dem stimme ich zu. Dieser Drink braucht die extreme Torfnote des Laphroaig. Das Originalrezept hat Gonçalo de Sousa Monteiro noch verfeinert. Bin  mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es geht so :

5cl Laphroaig 10yo
2cl Carpano Antica Formula
1cl Guignolet de Dijon
2cl Orangensaft


Zudem fällt mir noch einer meiner Lieblingsdrinks ein - Da ist für mein Empfinden ganz klar, das dort ein guter Whisky hinein muss, den man auch gern pur trinkt :

Padovani
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« Antworten #3 am: 21. August 2008, 08:31:42 »

Was mir sehr gut schmeckt ist ein, z.B. Glen Morangie im Whisky Sour.
5 cl Glen Morangie
3 cl Limettensaft
1 cl Zuckersirup
2 Barlöffel Ingwermarmelade
Kräftig shaken, Double Strain...lecker...
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guennik
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« Antworten #4 am: 21. August 2008, 08:59:39 »

Danke für die Antworten. Da muss ich meine Meinung wohl revidieren. Ein Laphroaig in einem Cocktail war für mich bis dato unerhört Smiley.

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Cocktailmexican
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« Antworten #5 am: 21. August 2008, 12:39:16 »

Single Malt ist in der Tat eine interessante Zutat in Drinks.

Die schon genannten wie Blood & Sand und Rauch (übrigends von Jens Hasenbein) sind richtig leckere Drinks.

Von Goncalo sind noch folgende Drinks (mir bekannt)

Smoked Honey
===========
Eiweiß
4,5cl Laphroaig Single Malt
1,5cl Drambuie

Shake/Straight/dashes Peychaud’s Bitters on top/Zeste


Smokers Delight (Variation vom Rauch)
============
4,5 cl Laphroaig Single Malt
2 cl Mozart Black Chocolate
dashes TBT Aromatic Bitters

Shake/On the Rocks



Higland Park 12YO ist gut universell einsetzbar.
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Der Schüttelbecher ist das Instrument des Virtuosen, dessen Kunst sich in der Poesie des Trankes zeigt. - Hans Krönlein -
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Backju
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« Antworten #6 am: 21. August 2008, 13:15:43 »

...
Ein Drink, der ohne einen guten Single Malt nicht auskommt: der Blood & Sand..

Rezept aus dem Savoy Cocktailbook
1 Teil Scotch Whisky
1 Teil Carpano Antica Formula
1 Teil Cherry Brandy
1 Teil Orangensaft

Ich habe diesen Drink im Le Lion in Hamburg probiert.
Dort ist scheint man überzeugt zu sein, dass dieser Drink nur mit Laphroaig 10yo funktioniert - und dem stimme ich zu. Dieser Drink braucht die extreme Torfnote des Laphroaig. Das Originalrezept hat Gonçalo de Sousa Monteiro noch verfeinert. Bin  mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es geht so :

5cl Laphroaig 10yo
2cl Carpano Antica Formula
1cl Guignolet de Dijon
2cl Orangensaft
...

... ein interessanter Drink für die Rezept-Datenbank.

Könnte aber bitte vorab jemand mit Kontakten zum "Le Lion" klären, ob die 5 cl Single Malt korrekt sind.
(Immerhin die 2 1/2 fache Menge zum Savoy-Rezept)

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Niemand beging einen größeren Fehler als jener, der nichts tat, weil er nur wenig tun konnte.
(Edmund Burke, englischer Philosoph, 1729-1797)
guennik
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« Antworten #7 am: 21. August 2008, 13:21:14 »

Higland Park 12YO ist gut universell einsetzbar.

Universell einsetzbar heißt, man kann diesen Whisky auch für klassische Cocktails  mit Scotch wie z.B. einen Rob Roy oder einen Rusty Nail verwenden?

In dem Zusammenhang: Hat schonmal jemand versucht den "Black Bottle" zum mixen von Cocktails zu verwenden und kann seine Erfahrungen schildern?

http://www.scoma.de/shop_neu/product_info.php/info/p400212_Black-Bottle.html

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« Antworten #8 am: 21. August 2008, 14:07:34 »

Ich glaube bei Single Malts verhält es sich ähnlich wie bei Rum. Es gibt nicht DEN Single Malt zu mixen (einige sind sicherlich, wie bereits erwähnt, universeller einsetzbar).
Einige passen besser in Drink XY andere besser in Drink ABC.
Highland Park 12yo ist z.b. eher mild, Islay Malts wie Lagavulin, Laphroaig torfig und rauchig. Während ein Laphroaig, wie hier gezeigt, bei einigen Drinks vorzüglich ist, wird er andere Drinks wahrscheinlich zerstören.

Dein Black Bottle ist auch ein Islay Whisky (bzw. eigentlich ein Blended). D.h. er wird auch eher torfig und rauchig sein. Da ist der Highlandpark wohl universeller einsetzbar.
Und für 19.90 darf man natürlich kein Whisky vom Kaliber eines Laphroaig oder Lagavulin erwarten.

Für eine Drink, in dem der Whisky nicht die Hauptzutat ist, ist evtl. auch mal Famous Grouse auszuprobieren. Ist günstig und ich find' ihn gar nicht mal so übel. Allerdings ein Blended und kein Single Malt.
« Letzte Änderung: 21. August 2008, 14:08:41 von Arikael » Gespeichert

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« Antworten #9 am: 21. August 2008, 15:41:59 »

Da kann ich Arikael nur zustimmen. Bevor ich irgendeinen Malt nehmen würde, würde ich immer zuerst zum Scotch greifen.
Wenn man den Malt schon gut kennt und man glaubt dass er im Drink passend ist, kann man sicher auch einen Malt nehmen, aber gerade weil die Malts so unterschiedlich sind sollte man nicht einfach irgendeinen nehmen. Und bevor ich dann die feinen Aromen des Malts kille oder mit einer Islay Rauchbombe alles plattbügele bleib ich lieber beim Scotch.

Prinzipiell würde ich Scotch zum mixen nehmen. Auch weil es eine Kostenfrage ist, schließlich kosten die meisten Malts 30 Euro und mehr.
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Tiefenrausch
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« Antworten #10 am: 21. August 2008, 15:58:26 »

Während ein Laphroaig, wie hier gezeigt, bei einigen Drinks vorzüglich ist, wird er andere Drinks wahrscheinlich zerstören.

Ja, Rusty Nail mit Laphroaig ist übel!
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« Antworten #11 am: 21. August 2008, 18:47:40 »

Bevor ich irgendeinen Malt nehmen würde, würde ich immer zuerst zum Scotch greifen.
(...)Prinzipiell würde ich Scotch zum mixen nehmen. Auch weil es eine Kostenfrage ist, schließlich kosten die meisten Malts 30 Euro und mehr.
naqaster, jedem,  der diesen Thread verfolgt hat, ist völlig klar, dass Du einen Blended Scotch meinst.
Die Bezeichnung Scotch allein ist aber nur eine Herkunftsbezeichnung... und die meisten Malts dieser Erde kommen nunmal aus Schottland Smiley

Ausserden glaube ich nicht, dass Du einen Scotch Single Malt stehen läßt um einen Scotch Single Grain zu vermixen  Zwinkernd

Zur Verdeutlichung Copy&Pate von Wikipedia

Scotch Whisky darf sich ein Destillat nennen, das in einer schottischen Destillerie hergestellt, mindestens 40 Volumenprozent Alkoholanteil hat und mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern unter Zollverschluss in Schottland gereift ist.

Unterscheidung nach Getreideart
* Malt bezeichnet Whisky, der ausschließlich aus Malz (gemälzte Gerste) hergestellt wurde.
* Grain bezeichnet Whisky, der aus Mais, Weizen oder ungemälzter Gerste (in Europa) oder Roggen (in USA) hergestellt wurde. Dabei wird meist eine "Coffey-Still" genannte Kolonnendestillationsanlage verwendet.
* Rye bezeichnet Whisky, der überwiegend aus Roggen hergestellt wurde (mindestens 51 Prozent).
* Bourbon bezeichnet Whisky, der überwiegend aus Mais hergestellt wurde (mindestens 51 Prozent) und mit maximal 80 Volumenprozent Alkohol gebrannt und maximal 63 Volumenprozent Alkohol in neue ausgekohlte Fässer gefüllt wurde.
* Corn bezeichnet Whiskey, der überwiegend aus Mais hergestellt wurde (mindestens 80 Prozent).

Unterscheidung nach Herstellungsprozess
* Unter einem Single versteht man einen Whisky, der aus einer einzelnen Brennerei stammt (gebräuchlich u. a. für schottische Whiskys: Single-Malt-Whisky).
* Unter einem Straight versteht man ebenfalls einen Whisky, der aus einer einzelnen Brennerei stammt (gebräuchlich v. a. für amerikanische Whiskeys).
* Unter einem Blend versteht man einen verschnittenen Whisky. Bei der Herstellung (Blending) werden verschiedene Whiskysorten (zum Beispiel Malt und Grain) aus verschiedenen Brennereien vermischt. In manchen Produkten sollen sich bis zu 70 verschiedene Whiskys befinden.
* Unter einem Pure Pot Still versteht man einen Whisky, der nur aus gemälzter und ungemälzter Gerste in klassischen Brennblasen (Pot Still) destilliert wird (hauptsächlich irische Premium-Whiskeys).




Nennt mich jetzt Erbsenzähler, aber ich denke diese Unterscheidung wird dem Anspruch dieses Forums gerecht...
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« Antworten #12 am: 21. August 2008, 21:12:06 »

Ja, Rusty Nail mit Laphroaig ist übel!
Eben drum hätte mich mal interessiert wie sowas mit dem Black Bottle schmeckt. Bei einem Laphroaig gehe ich davon aus, dass er so ziemlich jeden Cocktail plättet der nicht auf ihn zugeschnitten ist. Der Black Bottle ist ein Blend der im Backbone sieben Islay Single Malts enthält. Insofern hat er zwar im Vergleich zu anderen Blends eine deutliche Tofnote, im Vergleich zu einem Laphroaig ist er dennoch sehr dezent.

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« Antworten #13 am: 24. August 2008, 21:56:34 »

Smoked Honey - die Anmerkung sei gestattet - ein Drink von Goncalo de Sousa Monteiro und Marcel Baumann...

Ein schöner Kniff beim Blood and Sand: Nicht 2 cl frischen orangensaft nehmen, sondern eine halbe Orange vierteln und im Shaker muddlen, dann mitschütteln. Die Aromen der Schale tun dem Drink gut.
« Letzte Änderung: 24. August 2008, 21:58:03 von crackone » Gespeichert

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« Antworten #14 am: 25. August 2008, 12:40:47 »

Blood & Sand..

Rezept aus dem Savoy Cocktailbook
1 Teil Scotch Whisky
1 Teil Carpano Antica Formula
1 Teil Cherry Brandy
1 Teil Orangensaft

Im Savoy steht natürlich "Italian Vermouth", nicht "Carpano Antica Formula". Aber dieser dürfte die beste heutige Interpretation der Originalzutat sein.

Das Rezept geht gut auf mit Laphroaig 10 / Boudier Guignolet de Dijon / Carpano Antica Formula.

5cl Laphroaig 10yo
2cl Carpano Antica Formula
1cl Guignolet de Dijon
2cl Orangensaft

Nichts für meinen Geschmack! Schmeckt nicht ausbalanciert, sondern "ausgerutscht".

Ein schöner Kniff beim Blood and Sand: Nicht 2 cl frischen orangensaft nehmen, sondern eine halbe Orange vierteln und im Shaker muddlen, dann mitschütteln. Die Aromen der Schale tun dem Drink gut.

Hört sich gut an.
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