Was der Autor beabsichtigt ist mE immer irrelevant. Was es fĂŒr den Leser selbst bedeutet ist alles.
Ah, da darf ich mich in meiner Rolle als studierter Literaturnerd gleich mal einmischen: Das kommt auf die Theorie an. In der RezeptionsÀsthetik gehts tatsÀchlich darum, was der Leser (anhand Paratext, anderer Werke des Autors und anderer Werke der Gattung) erwartet und ob der Text diese "Versprechen" hÀlt, bzw. "auf welche Frage der Text antwortet" - das kann in Laufe der Jahrhunderte immer wieder aktualisiert werden. In der WirkungsÀsthetik geht es darum, wie die Textstruktur die geistige AktivitÀt des Lesers beeinflusst, quasi um die Leserlenkung, aber nicht im Sinne von "Lieber Leser", sondern um die nicht so offensichtlichen Sachen.
Ich lese jetzt gleich "Der inszenierte Diskurs. Bemerkungen zur pragmatischen Relation der Fiktion" von R. Schnarching und bau es in meine Seminararbeit ĂŒber WirkungsĂ€sthetik ein.
Privat lese ich seit gestern Das FrĂ€ulein von Scuderi. Das hatte ich schon in der Schule, war damals aber in der Null-Bock-Phase und entdecke jetzt im Studium sĂ€mtliche LektĂŒren neu. (Zu ein paar davon hab ich im Praktikum schon unterrichten dĂŒrfen...)