Cocktails & Dreams - Coole Drinks für heiße Sommer
 

23. Mai 2013, 00:38:23 *
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Autor Thema: Der Highball - Thread. Was ist ein Highball? Definition, Diskussion, Rezepte  (Gelesen 4109 mal)
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mangomix
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« Antworten #60 am: 31. August 2012, 23:49:57 »

Was man schon beim aktuellen Stand der Diskussion aus meinen Augen festhalten kann ist: Die dort zur Zeit gegebenen Definitionen sind falsch. Richtig ist, der "UR" Highball ist Whiskey und Soda, später Ginger Ale. Wichtig ist bei der Klassifizierung die Glasgröße und das Mischungsverhältnis was bislang noch nie berücksichtigt wurde.

Du zitierst aus Cocktail, den ich in weiten Teilen im vergangenen Jahr neu geschrieben habe (es fehlt noch der Geschichtsteil), insofern kann ich da natürlich was zu sagen. Zum einen, die Definition dort kann gerne erneuert werden, und wird es bestimmt auch, wenn wir dafür gute, belastbare Quellen haben. Für ein bestimmtes, gar festes Mischungsverhältnis sehe ich das historisch aber (noch) nicht so klar und eindeutig wie du. Wo sind da die Quellen? Welche bekannte Autoren schreiben das, was du schreibst? Ich stimme dir ja inhaltlich in vielen Punkten zu, aber noch lesen wir hier eher zwischen den Zeilen, schließen von typischen Glasgrößen auf den Soda-Anteil und ähnliches und sind uns noch nicht mal ganz darüber im Klaren, was mit Soda nun eigentlich gemeint ist. Aber wenn dieser Thread mal dazu beiträgt, die Info im Artikel zu verbessern, nur zu! (Der Artikel hat ja eine Diskussionsseite!)

Zum anderen, es ist ein Übersichtsartikel, der schon jetzt verdammt lang ist, und der längste Teil, die Geschichte, steht noch aus. Da kann nicht die komplette Historie jedes Drinks und alle Meinungen zu jeder Drinkgruppe vorkommen. Insofern sind einige hier diskutierte Fragen ohnehin besser bei Highball, bzw. auf der dortigen Diskussionsseite aufgehoben. Im Spezialartikel ist ja genug Raum, um auch die Entwicklung der Highballs über die Jahrzehnte und verschiedene Interpretationsanstäze nebeneinander darzustellen. Ich habe dort schon mal einen Link auf das Forum angebracht, bisher hat aber noch niemand Vorschläge für Änderungen im Artikel gepostet.

Zurück zum Hauptartikel "Cocktail": die derzeitige Definition orientiert sich an dem, was einschlägie Lexika verzeichnen (z.B. das hier im Thread schon zitierte Webster's: "a drink of spirituous liquors mixed with water or more often a carbonated veverage [...] an d served in a tall glass with ice") sowie außerdem an Gary Regan (siehe unten).

Ich finde diese Annäherungen derzeit deutlich verständlicher als diesen Buddel Buddel im Wikipedia Eintrag. Kennst du übrigens einen Beleg für diese Florida und New England Theorie? Hab ich noch nie gehört.

Buddel Buddel? Das ist Gary Regan, ''The Joy of Mixology'' (2003), S. 146-148. In dem Buch hat er ja eine umfassende Systematik aller Mixgetränke versucht, die ich sehr beeindruckend und wegweisend finde. Zugegeben recht mutig, was die New England und Florida Highballs angeht, aber eine reputable Quelle. Kennst du eine neuere, umfassendere, die sich auch mit Highballs beschäftigt?

Embury hat meines Wissen nicht der Erste der Ordnung und Systematik in die "Mixology" gebracht hat ... was lässt Dich das glauben?

Es ist das erste Mixbuch, in dem ich wirklich etwas über die Zusammenhänge und Verwandtschaften zwischen verschiedenen Drinks gelernt habe. Nicht nur Namedropping und Auflistung von Rezepten, wie in den meisten Büchern vor ihm, sondern Strukturen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede. Für mich aus diesem Grund eines der wichtigsten Barbücher des letzten Jahrhunderts.

PS: Bitte richtig zitieren:

Zitat
Umgekehrt verfallen wir in Beliebigkeit, wenn wir alle möglichen Spirituosenkombinationen, ja sogar Sirups, Wein und Sonstiges zu den Highballs zählen,
Das ist dann aber durchaus so gewesen. Ansonsten dürften wir bei einem Highball niemals von einer "Gattung" reden - sondern es wäre nur Whiskey Soda zugelassen.

Das habe ich so nicht gesagt, der Satz ging weiter!
Umgekehrt verfallen wir in Beliebigkeit, wenn wir alle möglichen Spirituosenkombinationen, ja sogar Sirups, Wein und Sonstiges zu den Highballs zählen, wenn sie nur irgendwie verlängert werden, egal mit welchem Filler und in welcher Größe.
« Letzte Änderung: 01. September 2012, 00:53:57 von mangomix » Gespeichert

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joerg.meyer
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« Antworten #61 am: 01. September 2012, 07:20:01 »

@Mangomix

Eines vorweg: es sollte Kuddel Muddel heißen, warum hier die Autokorrektur immer BUDDEL daraus macht kann ich mir nur damit erklären, das hier jemand zu tief in die Buddel geschaut hat Smiley

Also, was den Highball angeht, ist die jetzige Definition auf Wikipedia Kuddel Buddel (arrg ES hat es wieder getan!) MUDDEL.
Das ist nicht weiter schlimm. Warum? Weil der Drink bislang von noch niemanden ernsthaft beleuchte wurde - das C&D Forum leistet hier gerade Pionier Arbeit. Ich freue mich schon jetzt darauf, ein paar Herren aus Amerika eine brauchbare Geschichte des Highballs zu liefern. Bislang war es ein "ferner liefen Thema"

Die jetzige Definition beruht auf welchen Quellen? Lexika? Webster? Sicherlich respektable Veröffentlichungen, doch im Nischenbereich langsam, schwerfällig, wenig up to date. Erinnern wir uns wie dort noch vor Jahren Drinks und Klassiker beschrieben wurden? Es bedarf einer Recherche von Profis. Dieser Erkenntnisse wandern dann später wieder in Webster und Co. Aber Sie sind sicherlich kein Garant als sichere Quelle, zumindest in meinen Augen.

Fast alle "historischen" Barbücher, in denen Gläser abgebildet sind, ist das Highballglas ein mittelgroßes. Ich reiche die Tage gerne noch Quellen nach, neben der Abbildung aus  dem Straub. Ich wäre dankbar wenn die C&D gemeinde mal Ihre Bücher nach Glasgrößen scanned.

Bislang wurde in der nie beachteten Kategorie Highball die Glasgröße und die Mischverhältnisse außen vor gelassen. Das ist falsch. Das liegt für mich, auch schon beim jetzigen Quellen Stand, auf der Hand. Aber wie gesagt, es folgen noch Quellen.
Nur, wie wir alle wissen, sind Mischungsverhältnisse der Schlüssel zum Geschmack. Historisch bedingt, Whiskey mit Schuss Soda und Lump of ice um "erweiterten Tumbler", haben wir eine Geschmack volle Mischung. Wer schon einmal 20 cl Soda auf 4-5 cl Whisky geschüttet hat, weiss das wir hier von einer Schorle sprechen, aber nicht von einem Drink.

Aus Connaisseur Sicht sollte sich eher die Frage stellen, warum man bislang Mischungsverhältnisse aus Acht gelassen hat, statt zu bezweifeln, ob das wirklich von Interesse ist.


Gary Regan ist, da gebe ich Dir Recht, eine respektable Quelle. Ich wollte die Bezeichnung Florida und New England Bezeichnung auch gar nicht in Frage stellen, mich hat nur interessiert wo Sie her kommt. Diese Bezeichnung ist sicherlich neueren Datums. Zum Einen weil Cranberry Saft  noch nicht lange so verbreitet war, zum anderen weil Orangensaft ja auch nicht, kein Kohlensäure, kein Soda, sondern Saft, nicht typisch für einen Highball war. Es kann allerdings auch der Versuch sein, das jemand systematisieren und einordnen wollte, und dies dann eher in den Bereich "Stilblüten" einzuordnen ist. Ich werde Gary mal Fragen, wo er die Bezeichnung her hat.

Aber, wenn wir beide Gary als respektable Quelle anerkennen, können wir beide doch diesen Erkenntnissen hier zustimmen, oder?

Zitat
AUS

The Bartenders Bible - GARY REGAN
1991 / 1993

Zitat
Highball

What is a  Highball?

Well, first, it‘s a drink that is served in a highball glass,second t‘s quick to make and third,it‘s what ever liquor you desire mixed with water or soda. Of these three qualities speed is the most important.

In the nineteenth century, whenn a train was running behind schedule, a ball would be placed high up on a tall pole in the railway station to signal the driver and engineer to travel at full speed. Hence the term highball was first connected to speed and was later given to a drink that can be made quickly....

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Marler
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« Antworten #62 am: 01. September 2012, 12:58:54 »


Nur gut, daß wir uns nicht in Amerika befinden, ich stünde sonst bereits nach wenigen Sätzen inmitten des Meinungsstreits, den die einzelnen Anhänger dieser oder jener Schule mit Erbitterung und Ausdauer ausfechten. ...

Herrlich!

@ Mixael: Wunderbar, so geht die Sache natürlich auf. Zwinkernd

Zur Definition von Gary Regan: Mir scheint, als würde damit die Diskussion wieder am Anfang stehen und je nach Auslegung von weiteren Quellen kann ein völlig unterschiedliches Verständnis des Highballs aufkommen.

In meinem Bücherschrank habe ich leider nicht sonderlich viele historische Werke stehen und kann nur mal einen Überblick über einige weit verbreitete Werke liefern, die die meisten sicherlich auch haben. Auffällig dabei ist, dass nur in "The Essential Cocktail" von Dale DeGroff eine Unterscheidung getroffen wird, in sonstigen Quellen nicht. Damit wird in der modernen Cocktailzeit hier tatsächlich Pionierarbeit geleistet:


Brandls Bar Buch unterscheidet nichts.


Cocktailian unterscheidet nichts.



Im Diffordsguide #7 ist ein hohes Glas für alle möglichen Kategorien in Ordnung.


Die schon von mir erwähnte "Ausnahme". Leider ohne genauere Quellenangabe in Imbibe!, aber das Highballglas scheint mir mit das größte zu sein.


Aus dem Jahrundert-Mixbuch. Keine Unterscheidung.



Das PDT Cocktailbook kennt nur ein Collins- bzw. Fizzglas.


Nr. 8 könnte im Schumann's ein Highballglas sein, auch wenn es nicht so benannt ist.


Tatsächlich ein Unterschied zwischen Highball und Collins bei Dale DeGroff.

Im Pioneers of Mixing at Elite Bars sind zwar eine Menge Gläser mit Volumenangaben abgedruckt, aber keines trägt den Namen Highball.
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dadid123
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« Antworten #63 am: 01. September 2012, 17:45:36 »

Aus Mr. Boston Official Bartender’s Guide 75th Anniversary Edition Seite 46:

Highball One of the most popular cocktails, this is simply a base spirit with a carbonated liquid, usually soda. Americans like it with ice, which British drinkers traditionally omit.
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dadid123
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« Antworten #64 am: 01. September 2012, 18:03:40 »

und hier einige Diskussionsbeiträge aus dem Übersetzungsportal leo.org- Forum zum Thema Highball:

Highball was the codename of early versions of the bouncing bomb designed by Barnes Wallis during World War II.
Schockiert nein, das wollen wir nicht mit diesem wunderbaren Drink assoziieren

Highball is a railroad signal that took the form of a raised ball on a post, meaning "go". Today, few physical highball signals remain, but the term is used as a command by US train crews, synonymously with the original meaning.
 Smiley haben wir hier ja schon öfters gehört

Highball - (v.) trucker slang for making good time, speeding, or moving fast in general. Comes from the gearshift grip (usually a ball) being in the top gear position. Hence High-Ball. to highball, highballing
 Grinsend OK, nun also auch Synonym für einen kräftigen und lang anhaltenden Tritt aufs Gaspedal

Highball is a bouldering term describing an unroped bouldering problem high enough to present the threat of death or serious injury should the climber fall.
 Augen rollen Na, dann im übertragenen Sinne der Vorschlag den Gast auf dem hohen Barhocker besser anzuschnallen bevor er in eine Highball Situation kommt Augen rollen

highball offer ist ein übertrieben hoher preis; das gegenteil ist ein lowball offer, ein sogenannter Lockpreis
 Grinsend schönes Wortspiel - zur Happy Hour gibt's einen Highball zum Lowball Preis  Grinsend
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Hannibal
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« Antworten #65 am: 02. September 2012, 00:34:03 »

@Marler

Deine Bücher sind ja alle ziemlich jung. Das dort kaum Unterscheidungen getroffen werden, ist mehr ein Beleg dafür, dass sich kein aktueller Autor damit auseinander gesetzt hat als das es keine Unterscheidung Sinn ergibt.
Das ausgerechnet die Nerds sprich Dale DeGroff und David Wondrich da herausfallen, wundert mich überhaupt nicht.
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Alchemyst
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« Antworten #66 am: 02. September 2012, 00:41:41 »

Apropos Wondrich:
http://www.esquire.com/drinks/highball-drink-recipe
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Ein Drink ist kein willkürliches Zusammenschütten von beliebigen Zutaten. -
In einem Drink steckt sehr viel mehr Kulturgut als in einem bloßen Getränk - [Gonçalo de Sousa Monteiro]

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Alchemyst
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« Antworten #67 am: 02. September 2012, 01:01:34 »


Highball
Another class of mixed drinks, and one which is now very common, is known as highball. The highball in its simplest conception is not a mixed drink at all, except in the mixing of water with the alcoholic beverage. The highball  is served in a tall glass, the whiskey, brandy or gin being first poured into the glass with, usually, a lump of ice, and the glass is then filled with soda water or seltzer or some carbonated beverage.
  –   aus "Beverages and their Adulteration: Origin, Composition, Manufacture, Natural, Artificial, Fermented, Distilled, Alkaloidal and Fruit Juices" - 1919 by Harvey Washington Wiley 

http://www.amazon.com/gp/product/1417973935?ie=UTF8&tag=theultimatlearna&linkCode=as2&camp=1789&creative=9325&creativeASIN=1417973935
______________________________________________________________

The Handbook of Hosts, 1953
http://www.amazon.com/Handbook-Hosts-Esquire/dp/B000O658JI/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1346542339&sr=1-1&keywords=handbook+of+hosts

Siehe hier:
http://www.flickr.com/photos/mkwilliams/2942372057/in/set-72157608093334303
und hier:
http://www.flickr.com/photos/mkwilliams/2942372989/in/set-72157608093334303
_____________________________________________________________

 Ich werde mir bei Gelegenheit via Trinklaune Gedanken machen, warum Wein ein solch' erfolgreiches Getränk ist und dass wir beim Genuss alkoholischer Getränke das kulinarische Optimum bei 10% bis maximal 18 oder 19% Alkohol erhalten. - Bezogen auf den Highball und einer Spirituose mit 40% Alkohol reicht somit eine "Verdünnung" von rund 1:2, 1:3 und damit ein eher kleineres Glas. (Der gleiche Drink kann auch als "Lowball" serviert werden - Zum Beispiel im mittleren Tumbler)
_____________________________________________________________

Zum Schluss ein Notendeckblatt zum Song: "Friend Highball" aus dem Jahr 1915, zu einer Zeit in der der Highball weit verbreitet und Mode war. Wir sehen also ein typisches und nicht gerade großes Glas:
http://www.flickr.com/photos/14761447@N07/3093502515
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« Antworten #68 am: 02. September 2012, 10:57:20 »

@Marler.

Pionier of Elite Bar war ein guter Tip. Das Buch ist in meinen Augen sehr besonders. 3(4 genauer gesagt 1 + 3 ) Bartender haben 30 Jahre lang Rezepte gesammelt. durch die ganze Prohibition hinweg. Aus dieser Zeit gibt es nicht viele Quellen. Und sie sind keine "Momentaufnahme"

Ich glaube mittlerweile das der Anfängliche Whiskey Soda /Ginger Ale Highball kurz zu einem absoluten IN / Hip Drink in einigen Bar von New york und in Amerika entwickelte. (Irgendwo um 19.00) Auf der Höhe dieses "Hypes" (in einigen Bars)  - Schneller Drinks, Kurzes Mischungsverhältnis, prickelnder Soda Filler kamen mehr Varianten, die dieser Machart folgten (Sieh Straub Varianten aus 1917) . Später dann, als es um den Drink wieder "ruhiger" wurde, bzw. in den Bars, in denen er sich eigentlich als kurzer Whiskey Soda etablierte, gingen die Definitionen eher und Spirituose mit Filler. Der Eis verliebte Amerikaner wechselte hier das Glas hin zum Collins ( 12oz und größer) und verstand den Drink eher als Longdrink. Es folgend andere Filler. Orangensaft und Wodka. Beides früher eher unbekannt. Dann, wahrscheinlich in den finsten Siebzigern Filler wie Cranberry etc.

Der Drink hat sich "in die Falsche Richtung" entwickelt, wurde belanglos. Die Essenz, derzeit für mich, ist: schneller Drink, kurzer Drink, "starkes Mischungsverhältnis" (1:2 / 1:3), klassisch Soda, bzw.  Kohlensäurehaltiger Filler - später "Säfte".

Er hat zur "Hochzeit" durchaus viele andere Zutaten enthalten. Picon findet man oft. Likör, Sirup, Zitrussäfte. Wichtig war, das die "Mischung" im richtigen Verhältnis zu dem kohlensäurehaltigen Filler war, das Glas eher Klein.

Die Pioniers of Elite Bar geben sehr wohl eine Glasgröße an. Im Reprint Seite 185.

Zitat
Highballs
are liquor, ice (one lump) in glass. Fill with fizz Water. A Tall 8 oz. glass.

Dadrunter wird der "Manhattan" Highball genannt:

Zitat
Manhattan
Jigger Four Roses Rye
Fill White Rock, Glass No. 11

Ein Blick zu den Gläser zeigt, das dieser nur etwas größer als Tumbler ist, aber auch schmaler, sprich eher kleines Glas.

Freundlicher Weise hat der geschätzte Myles Davis beim Reprint Fußnoten eingefügt, mit Erklärungen. Man erfährt das  von 1871 an White Rock der Markenname für ein Natürliches Quell Wasser war. Ob es sich dabei um ein "sparkling" handelt, nennt Myles nicht, empfiehlt dies aber ausdrücklich für den Drink.

Was mich bei @Alchemyst links zum Esquire freut, sind die detaillierten Erklärung wie man Sodas zu behandeln hat, damit die Kohlensäure im Drinks möglichst lange anhält und dieser frisch bleibt. Das war und ist glaube ich der Grund, für den Erfolg der Highballs. Kurz, konzentriert, knackig frisch.

Um die 1950 Jahre sollte man beachten, das Soda(s) gelegentlich im Amerikanischen auch Kohlensäurehaltige Limonade (Ginger Ale, Tonic, Cola) heißen kann und nicht immer Soda Wasser gemeint ist.

Ich habe das Buch selber in der Sammlung, bislang aber noch nicht diesbezüglich gelesen -- was für ein großartiger Text, reines Lesevergnügen für Profitrinker!  

ein Detail, Dank an Alchemyst, wird auf jedem Fall im Boilerman aufgenommen werden:

"The highball, high priest of tall drinks...." Wow - wie recht Sie haben.

Ein Gin Tonic im Highball service schlägt jeden traurigen Gin & tonic Londrink auf längen
« Letzte Änderung: 02. September 2012, 11:02:38 von joerg.meyer » Gespeichert
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« Antworten #69 am: 02. September 2012, 11:51:24 »

Die Pioniers of Elite Bar geben sehr wohl eine Glasgröße an. Im Reprint Seite 185.

Auffallend richtig. Meine Aussage bezog sich auf die Gläserübersicht auf den Seiten 18-21 im Reprint (den ich übrigens von Ihnen erhalten habe ;-) ), dort ist kein Glas direkt als Highballglas benannt. Den umgekehrten Weg zu gehen und bei dem Rezept nach einer Glasgröße zu schauen, habe ich verpasst.

Das Esquire Handbook for Hosts ist in der Tat ein tolles Buch, die Auflage von 1954 liegt bei mir. Innerhalb eines Jahres gab es keine Anpassung des Highballtexts, jedoch sind seitdem weiterer Veröffentlichungen erschienen, in die 1999er-Ausgabe (anscheinend auf Stand 1977) kann man bei Amazon reinschauen. Großartige Änderungen kann ich auf den paar Seiten zwar nicht erkennen, aber vielleicht hat sich bei den Highballs ja doch noch eine Anpassung ergeben, die interessant wäre.
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mangomix
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« Antworten #70 am: 03. September 2012, 10:49:49 »

@Mangomix

Eines vorweg: es sollte Kuddel Muddel heißen, warum hier die Autokorrektur immer BUDDEL daraus macht kann ich mir nur damit erklären, das hier jemand zu tief in die Buddel geschaut hat Smiley

Also, was den Highball angeht, ist die jetzige Definition auf Wikipedia Kuddel Buddel (arrg ES hat es wieder getan!) MUDDEL.
Das ist nicht weiter schlimm. Warum? Weil der Drink bislang von noch niemanden ernsthaft beleuchte wurde - das C&D Forum leistet hier gerade Pionier Arbeit. Ich freue mich schon jetzt darauf, ein paar Herren aus Amerika eine brauchbare Geschichte des Highballs zu liefern. Bislang war es ein "ferner liefen Thema"

Die jetzige Definition beruht auf welchen Quellen? Lexika? Webster? Sicherlich respektable Veröffentlichungen, doch im Nischenbereich langsam, schwerfällig, wenig up to date. Erinnern wir uns wie dort noch vor Jahren Drinks und Klassiker beschrieben wurden? Es bedarf einer Recherche von Profis. Dieser Erkenntnisse wandern dann später wieder in Webster und Co. Aber Sie sind sicherlich kein Garant als sichere Quelle, zumindest in meinen Augen.

Ich find "buddel buddel" passt doch ganz gut Zwinkernd Würd ich aber eher auf die aktuelle Quellenlage beziehen, die wir hier im Thread sehen. In der Wikipedia war ich vor allem Regan gefolgt, da mir "Joy of Mixology" als neueste Quelle, die sich an einer Definition versucht, am zuverlässigsten erschien. Unterscheidet sich übrigens von dem, was er er 10 Jahre zuvor geschrieben hat, ich zitiere mal:

Zitat
Definition: Highballs are built in highball glasses; they call for a base spirit and a mixer, such as soda and water.
Highballs listed in the recipe chapter: Bourbon and Branch, Bourbon and Coke, Brandy and Soda, Cuba Libre, Dark and Stormy, Gin and Tonik, Gin Buck, Jack and Coke, Mamie Taylor, Moscow Mule, Pimm's Cup, Presbyterian, Rye and Ginger, Scotch and Soda, Scotch and Water, Seven and Seven, Vodka and Tonic.

[...] Florida Highballs are mixed drinks built in a highball glass that contain orange or grapefruit juice but not cranberry juice, since that's the defining ingredient in New England highballs. [...] Pay close attention to the relationship between Sex on the Beach, a New England Highball, and the Fuzzy Navel, its Floridian sister.

Florida highballs included in the recipe chatper: Alabama Slammer, Black-Eyed Susan, Bocce Ball, Freddie Fudpucker, Fuzzy Navel, Greyhound, Harvey Wallbanger, The Salty Chihuahua, Salty Dog, Screwdriver, Sloe Comfortable Screw, Tequila Sunrise.

[...]All New England Highballs contain cranberry juice and are built in a highball glass. [...] Although there are only six drinks in the New England Highball family, it's interesting to note the relationship between the Cape Codder, the Madras, Sx on the Beach, and the Woo Woo. New England Highballs included in the recipe chapter: Bay Breeze, Cape Codder, Madras, Sea Breeze, Sex on the Beach, Woo Woo.
(Gary Regan: The Joy of Mixology, 2003, S. 146-148)

Ich stimme dir zu: das mit den Florida/New England Highballs findet sich so (soweit ich sehe) nur bei Gary Regan, ob "Stilblüte" oder nicht mag ich mir nicht anmaßen zu entscheiden. Immerhin erwähnt er stets das Highball-Glas, übrigens im Gegensatz zu Schumann, der für alle Highballs (auch in der neuen 2011er Auflage von "Schumanns Bar" nur von einem "Longdrink-Glas" spricht. Ich habe die Wikipedia-Definition angepasst, damit der Unterschied zwischen den verschiedenen Ansätzen deutlich wird:

Wikipedia-Artikel "Cocktail" (ALT):
Zitat
Highballs. Hierbei handelt es sich um Longdrinks aus lediglich einer Spirituose und einem so genannten Mixer (Sodawasser oder Softdrink wie Cola]], die im Gästeglas auf Eis zubereitet werden (Beispiel: Cuba Libre). Wird als Mixer Orangen- oder Grapefruitsaft verwendet, spricht man von einem Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), bei Cranberrysaft von einem New England Highball (z. B. Sex on the Beach).

Wikipedia-Artikel "Cocktail" (NEU)
Zitat
Highball: ursprünglich eine Bezeichnung für eine mit Sodawasser oder einem kohlensäurehaltigen Softdrink „verlängerte“ Spirituose, mit Eis traditionell im Highballglas, einem mittelgroßen Becherglas serviert. Beispiele: Whiskey Highball (Whiskey und Soda oder Ginger Ale), Brandy Soda, Gin Tonic, Moscow Mule. Der Begriff wird aber unterschiedlich verwendet, teilweise werden alle einfachen Longdrinks unabhängig von der Größe, oder Mischungen mit verschiedensten Zutaten als Highballs bezeichnet. Highballs mit Orangensaft als Filler nennt Gary Regan Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), solche mit Cranberrysaft New England Highball (z. B. Sex on the Beach).[Quellenangabe]

Ich denke, das gibt die aktuelle Quellenlage besser wieder und kennzeichnet die Florida/New England Highballs als Einzelmeinung. Ausführlicher kann das ja im Spezialartikel Highball behandelt werden. Ansonsten sollte die Wikipedia-Diskussion auf den jeweiligen Diskussionsseiten fortgesetzt werden.

Bitte nicht falsch verstehen: "Pionierarbeit" zu leisten und zu einer Neudefinition von "Highball" zu kommen, finde ich grundsätzlich erfreulich. Ich bitte aber zu bedenken, dass Wikipedia als Enzyklopädie nur vorhandenes (d.h. gesichertes und mit Quellen belegtes) Wissen widergeben kann. Es kann also nur das dort stehen, was bereits in der Fachwelt anerkannt ist (siehe Keine Theoriefindung.

Bislang wurde in der nie beachteten Kategorie Highball die Glasgröße und die Mischverhältnisse außen vor gelassen.

Eben drum. Solange wir in renommierten Barbüchern kein eindeutiges Bild haben, z.B. keine so klar formulierte Abgrenzung des Highballs vom Longdrink oder einer "Schorle" (joerg.meyer) anhand der Drinkgröße oder des Mischungsverhältnisses lesen können, muss man das eben auch so benennen, bis sich sich die mehrheitliche Auffassung der Fachwelt ändert. @joerg.meyer: du wirst deine Erkenntnisse ja bestimmt noch anderswo veröffentlichen, das können wir dann auch für die Wikipedia verwenden.
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« Antworten #71 am: 03. September 2012, 11:31:13 »

Und noch zwei neuere Puzzlestücke für unsere Sammlung: Uwe Voigt (Barschule Rostock, in: "Großes Lehrbuch der Barkunde", 2. Aufl. 2007):
Zitat
Internationale Bargläser:
Highball. Füllmenge: 26,6 cl. Verwendung: kleine Longdrinks, Softdrinks.
[...]
Special Highball:
Füllmenge: 41,1 cl. Verwendung: Tropic und Fancy Drinks (Caipirinhaglas).
[...]
Collins/Cooler. Füllmenge: 35,5 cl. Verwendung: international übliches Longdrinkglas (Vodka Lemon, Gin Tonic, Whisk(e) Cola), Collinses, Lemonades, Egg-Noggs.

Abgebildet sind jeweils Bechergläser wie die aus der Libbey Beverage Serie, ähnlich diesem.

Also doch eher groß ... aber immerhin ist Highball, wie in den meisten älteren Quellen, kleiner als andere Longdrink-Gläser. Man muss aber auch berücksichtigen, dass die Gläser allgemein in den letzten 100 Jahren eher größer wurden. Man muss also immer die Relation sehen.

Im "Cocktailian" sind auch übliche Glasgrößen genannt, zwischen Highball und Longdrink wird dort aber nicht unterschieden: beide 35 cl ("damit sich zu Spirituose und Filler genügend Eis gesellen kann"). Selbst das Fizzglas hat dort schon 25 cl (obwohl die Autoren schreiben, dass Fizzes heute wieder gerne straight up serviert werden).
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« Antworten #72 am: 03. September 2012, 13:05:51 »

Und noch zwei neuere Puzzlestücke für unsere Sammlung: Uwe Voigt (Barschule Rostock, in: "Großes Lehrbuch der Barkunde", 2. Aufl. 2007):
Zitat
Internationale Bargläser:
Highball. Füllmenge: 26,6 cl. Verwendung: kleine Longdrinks, Softdrinks.
[...]
Special Highball:
Füllmenge: 41,1 cl. Verwendung: Tropic und Fancy Drinks (Caipirinhaglas).
[...]
Collins/Cooler. Füllmenge: 35,5 cl. Verwendung: international übliches Longdrinkglas (Vodka Lemon, Gin Tonic, Whisk(e) Cola), Collinses, Lemonades, Egg-Noggs.
Ein Text wie andere auch, der die Sammlung vervollständigt. - Mehr wurde ja nicht gesucht.
Aber Quellen müssen bewertet werden.
Voigt hat sicher seine Verdienste, aber als relevante Quelle eignet sich sein Buch eher nicht - finde ich.


... Ich bitte aber zu bedenken, dass Wikipedia als Enzyklopädie nur vorhandenes (d.h. gesichertes und mit Quellen belegtes) Wissen widergeben kann. Es kann also nur das dort stehen, was bereits in der Fachwelt anerkannt ist (siehe Keine Theoriefindung. ... Solange wir in renommierten Barbüchern kein eindeutiges Bild haben, z.B. keine so klar formulierte Abgrenzung des Highballs vom Longdrink oder einer "Schorle" (joerg.meyer) anhand der Drinkgröße oder des Mischungsverhältnisses lesen können, muss man das eben auch so benennen, bis sich sich die mehrheitliche Auffassung der Fachwelt ändert.

Ich verstehe.
Für Wiki Schreiber gilt das wohl so. -
Ich bewundere deine Arbeit mangomix, aber für mich persönlich wäre diese "neutrale" Herangehensweise, glaube ich, nicht geeignet...  Zwinkernd


Als Gast und Konsument und Leser von Barbüchern würde ich sagen, dass die "Fachwelt" zu diesem Thema (ausserhalb ein paar bücherschreibender Gurus) bzgl. des Highball gar nicht existiert. Wir sind doch gerade dabei diese untergegangene/vernachlässigte/abgeschliffene Drinkkategorie neu wahrzunehmen.

Jedes Mischgetränk/jede Speise muss interpretiert werden.
Beim Highball spricht sowohl die Grundidee des Drinks, die Historie, die kulinarische Balance (Spirituose/Filler -> 2:1 -> 10-20% Alkohol) und mit Sicherheit weitere (betriebswirtschaftliche?) Gründe für kleinere Gläser und konzentrierte Drinks.
Aber ich denke, das siehst du auch so.

Und als Gast habe ich wenig Neigung, nach Genuss von zwei, drei Highballs ein ausgeprägtes "Schwipp/Schwapp" im Verdauungstrakt zu bemerken...  Zwinkernd
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Übrigens ... Für mich der beste, anregendste, inhaltlich wertvollste Thread der letzten vielleicht 12 Monate.
Ich hatte mich hier ja schon fast verabschiedet, weil ich es hier totlangweilig fand.  -
Nun habe ich hier viel gelernt. -
Endlich mal wieder konstruktive Pioneerarbeit.  - Großartig.  Smiley
« Letzte Änderung: 03. September 2012, 13:55:57 von Alchemyst » Gespeichert

Ein Drink ist kein willkürliches Zusammenschütten von beliebigen Zutaten. -
In einem Drink steckt sehr viel mehr Kulturgut als in einem bloßen Getränk - [Gonçalo de Sousa Monteiro]

Ich denke, also gin ich!  -  Drink responsibly
mangomix
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« Antworten #73 am: 03. September 2012, 14:36:47 »

Jedenfalls mal ein schöner Anlass, mal wieder in alten Büchern zu schmökern. Oder in neuen: Ted Haigh schreibt in seiner "Cocktail Archeology", einem kurzen Abriss über die Entwicklung der Mixgetränke zur Einführung in sein Buch "Vintage Spirits & Forgotten Cocktails" (2009):

Zitat
As the [2nd world] war ended, life (and alcohol supplies) began, seemingly, to normalize. By the postwar era, there were thousands of published cocktails [...] the cockail had stiched itself into the fabric of national cultural identity - from being reviled to getting fan mail. Behind the scenes, however, distillers were getting anxious about their meager stock of aged spirits. The came up with a plan - actually, two plans - which they instituted efore the war and redoubled thereafter. First, the started heavily marketing blended whiskey, which consists of a little aged whiskey and a lot of grain-neutral spirits. [...] It doesn't take much time to distill neutral spirits and no time to age. Add a little aged whiskey and off to market! To this blended whiskey approach, they then pitched an alternative drinking style: the highball. Take a shot of blended whiskey; add some soda water or ginger ale and a tall glass with ice cubes. Light! Refreshing! Casual! Modern! So went their mantra. [Anm.: Hervorhebung durch mich] Then they really [Anm. Hervorhebung durch den Autor] did it. They found an ethnic spirit that didn't call for aging. [... Anm.: es geht um Wodka ...] The desire was for the effect, not the flavor. This could not have disturbed the liquor companies too much, because after all, they were selling cheaper product and lots of it. [...] Beer got lighter with a lower alcohol percentage. Nor was that the end of it. If people didn't like strong alcohol flavours anymore, why drink at all? [...] By the late 1960s, much of a generation eschewed alcohol in general and cocktails in particular, considering them old-fashioned and establishmentarian. [...] Vodka-Based, weak, sweet, and fruity (or disguised Mickey Finn-strong) - that was the '70s.

Etwas übersptitzt formuliert: nach der Prohibition sei der Highball ein bequemer Weg für die Spirituosenindustrie gewesen, ihren billigen, gestrecken "blended whiskey" unter die Leute zu bringen, und wurde gleichsam eine Station auf der Talfahrt der "klassischen" Cocktailkultur, weg vom Geschmack gelagerter Spirituosen, hin zu verdünnten, gestreckten, süßen oder fruchtigen Drinks, in denen am Ende nur noch Wodka enthalten war.

Interessante These Zwinkernd

Aber machen wir uns nichts vor: Vor der Prohibition (bzw. bevor solche Praktiken Anfang des 20. Jahrhunderts gesetzlich verboten wurden) war auch nicht alles Whiskey, was nach Whiskey roch und schmeckte:

Zitat
BOURBON WHISKEY.
To one hundred gallons of proof spirit, add four ounces of pear oli, two ounces of plargonif ether, thirteen drachms of oil of wintergreen (dissolved in the ether), and one gallon of wine vinegar. Color with burnt sugar.
(Cocktail Boothby's American Bar-Tender, 1891, Nachdruck bei Mud Puddle Books 2009; Abschnitt: "Valuable Secrets for  Liquor Dealers". Ähnliche Rezepte liefert er übrigens auch für weitere "Fake"-Spirituosen.).

Yuck!!!  Schockiert
« Letzte Änderung: 03. September 2012, 15:25:20 von mangomix » Gespeichert

"Which is the best way to drink a cocktail?" - "Quickly, while it's laughing at you!" (Harry Craddock) | Meine Cocktailbücher
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« Antworten #74 am: 17. September 2012, 07:42:04 »

Wertes Forum,

zunächst einmal vielen Dank für den regen Austausch, den ich interessiert verfolgt habe. In den vergangenen Wochen ging es mit Hochgeschwindigkeit auf unserer Eröffnung zu und ich habe nicht mehr die Zeit gefunden zu antworten - dafür ein Pardon.

Ab heute ist THE BOILERMAN BAR, die sich im Schwerpunkt dem Highball widmet, geöffnet, und wer sich in dieser Woche in der Bar als  hier aus dem Forum "kommend" zu erkennen gibt, dem sind ein Highball und ein BOILERMAKER auf meine Rechnung sicher.

Vielleicht finden wir die Möglichkeit in einer ruhigen Minute das Thema Highballs dort weiter zu besprechen, denn ich werde es mir nicht nehmen lassen, in den ersten Wochen die Drinks persönlich zu mixen.

Ich habe noch einige Fundstücke zum Thema und werde diese hier dann nach dem ersten "run" und der momentan "knappen" Zeit veröffentlichen.

Wer also Lust hat, einen Highball zu probieren, ist herzlich eingeladen: www.boilerman.de

Die ersten Mitglieder des Forums (Oscomp, crackone...) durften schon die (rauchige) Luft der Bar einatmen und ich hoffe, die Idee gefällt Ihnen. Neben dem Highball gibt es einen zweiten großen Drink, dem wir unseren Tribute zollen: Dem BOILERMAKER.

Ein Bier mit einem Bourbon Shot. Meine Empfehlung: das neue Ratsherren PALE ALE geteilt für zwei oder drei Trinker und dazu eine ordentliche Unze amerikanischen Whiskeys im Glas. (selbstverständlich nicht geteilt, sondern für jeden eine !)

Freue mich auf Besuch aus dem Forum.

Beste Grüße


Jörg Meyer
« Letzte Änderung: 17. September 2012, 07:56:35 von joerg.meyer » Gespeichert
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