Cocktails & Dreams - Coole Drinks für heiße Sommer
 

28. Mai 2020, 20:12:13 *
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Autor Thema: Bars in Singapur / Sydney / Melbourne  (Gelesen 8284 mal)
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T1001
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« am: 25. September 2016, 10:21:05 »

Hallo zusammen,

demnĂ€chst bin ich in den oberen drei StĂ€dten und wollte dort auch den ein oder anderen Cocktail genießen.
Wart ihr schonmal da und habt Empfehlungen?

Ich habe aus diversen Zeitschriften bzw. schon ein paar Adressen rausgesucht, aber die Quellen sind schon Àlter.

Vielen Dank i, Voraus.
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T1001
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« Antworten #1 am: 16. November 2016, 17:14:44 »

Hallo zusammen,

nachfolgend ein paar EindrĂŒcke aus den von mir besuchten Bars in Australien:

Sydney:

Eau de Vie:

Die Bar liegt im Stadtteil Kings Cross und ist damit aus dem Zentrum zu Fuß oder Bus erreichbar. Untergebracht ist die Bar im Erdgeschoss eines Hotels. Von außen nur ersichtlich durch ein kleines Regal neben der EingangstĂŒr im Hotel, auf dem einige Cocktailshaker und Zertifikate/Auszeichnungen u.a. Top 50 Bars weltweit stehen. Quasi schon fast Speakeasy-Charakter. Im Hotel selbst hat nur eine Nachfrage an der Rezeption die Frage geklĂ€rt, durch welche TĂŒr man denn nun gehen muss. In der Bar angekommen erwartet einen ein kleines SchmuckstĂŒck. Relativ kleiner Raum, auf der linken Seite der Bartresen mit schön in Szene gesetzter RĂŒckbĂŒffet. In der Mitte des Raumes einige grĂ¶ĂŸere Tische mit HochstĂŒhlen, an denen auch verschiedene kleinere Gruppen untergebracht werden, wenn alle anderen Sitzgelegenheiten belegt sind. Deko hier sind Absinthbrunnen, auf denen eine Kerze gesteckt ist. Weiter recht gibt es einige Sofas, mit kleinen Tischen, dahinter Vitrinen mit einer großen Anzahl von alten Shakern und Bartools.
Wir wurden freundlich begrĂŒĂŸt zu einem Platz gebracht und bekommen ein Glas Wasser, sowie die Karte. Bei Aufnahme der Bestellung wurden wir gefragt, ob wir Hilfe brauchen.
Die Drinks selbst sind eine Augenweide, liebevoll zubereitet und auch die spartanische Deko passt wunderbar. Optisches Highlight war die Zubereitung eines Cocktails mit Stickstoff.
In Summe eine klare Empfehlung. Es muss einem aber bewusst sein, dass Alkohol in Australien generell sehr teuer ist. Die Cocktails hier beginnen bei knapp unter 20 Dollar und dann aufwĂ€rts. Da hilft nur der Wechselkurs, damit es fĂŒr uns einigermaßen ertrĂ€glich bleibt.

Grasshoper:

Zentral in Sydney am Ende einer kleinen Gasse, in die wir so nie einen Fuß gesetzt hĂ€tten. Am Ende geht es ins Untergeschoss und schon steht man mitten in der Bar. Im Vergleich zum Eau de Vie herrscht hier ein komplett anderes Konzept. Die Bar besteht aus einer wild zusammengewĂŒrfelten Ansammlung von Tischen und StĂŒhlen aller Art. Die WĂ€nde sind mit Bildern und Zeitungsartikeln geschmĂŒckt. Am anderen Ende steht der Bartresen mit entsprechendem RĂŒckbĂŒffet. Qualitativ aber schwĂ€cher besetzt. Was wir nicht wussten, ist das hier auch nicht bedient wird, sondern man an den Tresen muss und dort bestellen und auch gleich bezahlen. Die Cocktails selbst haben eher Longdrink-Charakter. Die Zubereitung der komplett weiblichen Barkeeper erfolgt auch nicht mit Metalljiggern, sondern mit kleinen Plastikbechern. Geschmacklich aber ebenfalls gut und preislich deutlich unter dem zuerst besuchten Eau de Vie. Hier waren die meisten Cocktails bei ca. 15 Dollar. Aufgrund des auf seine Art coolen Ambientes also auch durchaus eine Möglichkeit in Sydney einen netten Abend zu verbringen, es muss einem aber klar sein, dass hier QualitĂ€t und Perfektion hier nicht auf allerhöchstem Niveau sind.


Melbourne:

Eau de Vie:


Durch Zufall im Internet gesehen, dass es neben Sydney noch ein weiteres Eau de Vie in Melbourne gibt. Im Internet war schon zu lesen, dass man hier den Eingang quasi nicht findet, sofern man nicht weiß, wo er ist. Wir sind sicher dreimal daran vorbei gelaufen. Er befindet sich auch in einer Gasse in der maximal eine Laterne an der HĂ€userfront einen Hinweis gibt. Über der sehr dunklen braunen TĂŒr steht zwar in schwarz „Speakeasy“ zu lesen, das ist aber nur mit einer externen Lichtquelle zu sehen. Im inneren identisches Interieur zu Sydney. Nette BegrĂŒĂŸung, toller Service etc. Die Bar war obwohl auch unter der Woche vollgefĂŒllt, was auch zu einigen kleinen Wartezeiten am Eingang gefĂŒhrt hat. Ebenfalls bedingt durch mehr Leute war der GerĂ€uschpegel hier doch deutlich höher. Die Cocktails waren akkurat wie gewohnt, auch wenn der meiner Freundin ihr nicht geschmeckt hat. Das lag aber nicht daran, dass es schlecht gemacht war, sondern den Geschmack komplett verfehlt hat. Die Karte und damit auch die Preise, waren mehr oder weniger identisch zu Sydney.

Seamstress and Sweatshop:

Tipp aus einer alten Mixology Ausgabe von Phillip Duff. Der komplette Laden erstreckt sich auf mehrere Etagen. Im Keller wohl eine Art Kneipe, die bei uns allerdings geschlossen hatte. Es folgt ein Restaurant und im Obergeschoß schließlich die Cocktailbar. Ambiente und Ausstattung sind top, sehr gemĂŒtlich, angenehmes Licht, dezente Musik. Die Cocktailkarte enthĂ€lt auch hier interessante Kompositionen. Unsere Beiden waren superb, ebenfalls mit Liebe und auch frischen Zutaten hergestellt. Service sehr zuvorkommend, wobei auch wenig los war. Definitiv eine Empfehlung fĂŒr Melbourne. Preisniveau etwas unterhalb des Eau de Vie, aber immer noch um die 20 Dollar pro Cocktail.


UrsprĂŒnglich waren auch fĂŒr Singapur noch zwei Barbesuche geplant. Ziel Nummer 1 war die 28 HK Street, Alternative 2 war das Jigger & Pony. Allerdings hatten beide Bars an diesem Tag ihren Ruhetag und wir standen vor verschlossener TĂŒr.
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oscomp
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« Antworten #2 am: 17. November 2016, 14:35:09 »

Vielen Dank fĂŒr diesen interessanten Bericht!
Ich hoffe, ich komme auch irgendwann noch einmal in diese beiden schönen StÀdte...
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"Abstinenzler: Ein Mensch, welcher der Versuchung erliegt, sich selbst eines VergnĂŒgens zu berauben" (Ambrose Bierce)

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« Antworten #3 am: 17. November 2016, 18:02:14 »

Schön zu lesen, danke fĂŒr deine EindrĂŒcke.
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Drambuster
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« Antworten #4 am: 12. Mai 2020, 13:22:21 »

Vor gar nicht allzu langer Zeit, als man noch reisen und in Bars gehen konnte:

In Singapur befinden sich einige der besten Bars der Welt, so behauptet es jedenfalls die berĂŒhmte Liste.
Auf den StreifzĂŒgen durch Kampung Glam ist uns ein Haus, bzw. ein Wolkenkratzer aufgefallen, direkt gegenĂŒber der MRT-Station Bugis:
Parkview Square.
 

 

Ein taiwanesischer Tycoon hat sich hier seinen Traum von einem GebÀude im Art-deco-Stil verwirklicht.
Architektonisch recht exaltiert, die Singapurer nennen es auch Gotham Building, es wĂŒrde wirklich eher zu Batman nach Gotham City, als nach Singapur passen. Aber durchaus beeindruckend.
Die dreistöckige Lobby im Erdgeschoss, dezente 15 Meter hoch, beherbergt die Atlas Bar.



Sieht aus wie eine ĂŒppige Hotelbar, es gibt aber kein Hotel im GebĂ€ude, nur BĂŒros, Botschaften etc. Und das ZDF-Studio Singapur, nobel, nobel.
Vor der aktuellen Nutzung als Bar war hier ein Restaurant, und der Gintower mit 1200 Flaschen da im Hintergrund war frĂŒher ein WeinkĂŒhler, von weiblichen ServicekrĂ€ften im FeenkostĂŒm bedient, die an Drahtseilen schwebend die Weine herausholten

Das war aber anscheinend sogar fĂŒr die Crazy Rich Asians leicht drĂŒber, und so gibt es inzwischen hier eine Bar ohne Feen.


Nun, dieser ĂŒberkandidelte Prunk wollte doch bei einer gepflegten Cocktailkreation genossen werden.

Aus der themenbasierten Karte (nach Dekaden sortiert: The Jazz Age, Tutmania, The Zeppelin etc.) haben wir gewÀhlt:
einen Great Amun (spanish Gin, Vermouth dry. Chartreuse verde, Fino sherry, celery bitters)
und einen Atlas Martini, je 25 Sgd (etwa 16 Euro).
Beide ausgezeichnet.



Martinis werden ĂŒbrigens auch mit teilweise antiken Gins aus der gigantischen Sammlung gemixt, mit einem Gin aus dem Jahr 1910 kostet er dann 250 Singapur Dollar


An einem anderen Abend war eigentlich war ein Besuch im Native geplant, hatte aber einfach zu am Neujahrstag. Ohne Hinweis im Internet, auch kein Zettel an der TĂŒr. Nun gut, ein paar Schritte weiter zu Operation Dagger, war aber auch geschlossen. Hier hing wenigstens eine Nachricht an der TĂŒr. Leicht frustriert durch das Ann Siang Hill Viertel geschlendert, da erreichte mein Ohr Musik und GlĂ€serklirren von einer Dachterrasse.
Dies kam aus dem Hotel „The Other Room“, auf dessen Dach sich eine Bar befindet, die sich passenderweise „The Other Roof“ nennt.

Keine Hotelbar, beide arbeiten unabhĂ€ngig voneinander, die Barchefin Macarena Rotger bezeichnet das VerhĂ€ltnis aber als „befreundet“.



Coole Location, hĂŒbsche Dachterrasse, aufmerksamer Service.

Zu trinken gab es einen Cocktail namens 1928, mit Gin, Campari, Cointreau und Vermouth dry (also ein anderer Name fĂŒr einen Lucien Gaudin), und einen Old fashioned way (Ardbeg, Chocolate bitters, Zucker, Angostura, Rum diplomatico port cask finish), fĂŒr je 25 Sgd.
Die Deko am Glas war erfrischend spartanisch, dafĂŒr wurde der Cocktail zum selber eingießen in einem Flachmann serviert.
 



Hervorragende Drinks, tolle Entdeckung.

Atlas Bar
600 North Bridge Rd, Parkview Square
Singapur

The Other Roof
28 Ann Siang Road
Singapur
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Manni84
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« Antworten #5 am: 12. Mai 2020, 19:41:36 »

Danke fĂŒr diesen schönen Beitrag und die tollen, imposanten EindrĂŒcke! Wie ich solche Posts in diesem Forum vermisse...
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Sgt. Fischoni
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« Antworten #6 am: 15. Mai 2020, 20:07:14 »

Vielen Dank fĂŒr Deinen Bericht. Da krieg ich gleich glĂ€nzende Augen! Auch hin will...
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